Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 239 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen. 239 nicht immer neue Beiträge für Sprachwissenschaft und Bibelkritik. Allein .sie kann und will־ nicht als Handhuch, sondern lediglich als .Material dazu angesehen werden. Der Stoff ist ungeordnet und je nach dem Zufall und Einfall für den eigenen Gebrauch zusammengeHtellt. Daher kommt es, dati in dem Ganzen ein wirres Durcheinander herrscht, manche Wiederholungen Vorkommen (wie 8!) u. 135b., 204 u. 278, ja sogar derselbe Vers Lev. XIX 82 iu derselben No. 8 zweimal), manches andere an ungehöriger Stelle erscheint. Dankenswerter wäre die Gabe, und der Nutzen, den sie gewährt, ein erhöhter gewesen, wenn wenigstens ein alphabetisches Sachregister das Auflinden des gebotenen Stoffes erleichtert hätte. Soll das Buch den Nutzen bringen, den es zu bringen wohl geeignet ist so müllte es gehörig gesichtet, das Zusammengehörige nebeneinandergestellt, das Verschiedene auseinandergehalten und eine entsprechende Inhaltsübersicht beigegeben werden. Am ehesten würde sich für diese Arbeit der Pierausgeber selbst eignem der mit dem Werke um besten vertrant ist und in seinem Vorworte die Veröffentlichung erläuternder Noten in Aussicht stellt. Tilsit. Labb. Dr. A. Ehrlich. Stein, Salo, Materialien zur ]Ethik des Talmud. 1. Die Pliichtenlehre des Talmud. Frankfurt a./M. Verlag von J. Kautfmann. 180 S. Wie es scheint, eine Doktordissertation, die aber nicht sowohl als specimen doctrinae des Verfassers, denn als ein Zeugniss für die Genügsamkeit der Fakultät gelten kann, die sie als solches anerkannt hat. Eine geistige Unreife, wie sie hier zu Tage tritt, übersteigt selbst das Maass dessen, was bei dieser Art von Notsehrifteii ohne Widerspruch liingenommen werden darf. Sechs Jahre will der Verf. den Vorstudien zu dieser Arbeit gewidmet haben, die einer Anregung seines Lehrers, Herrn Dr. A. Berliner, ihre Entstehung verdanken soll (S. 5). Wie schade um diese kostbare Zeit, die der Verf. vielleicht doch nützlicher hätte verwenden können. Im Vorliegenden wird uns allerdings nur ein Theil vom Ertrage seiner Studien dargeboten; aber nach dieser Probe möchten wir die Verantwortung nicht auf uns nehmen, den Verf. zur Veröffentlichung des noch Zurückgehaltenen zu ermuthigen. Die Vorbemerklingen (S. 5—43) ergehen sich in einem wirren Hin- und Hergerede über die Frage, ob es ein System der talmudischeu Ethik gebe, wobei in buntester Reihenfolge die gelegentlichen Aussprüche anderer Schriftsteller citirt und einer angeblichen Kritik unterworfen werden, ohne daß der Verf nur den Versuch gemacht hätte, der Beantwortung der!,rage um einen Schritt, näher zu kommen. Der sprachliche Ausdruck ist■ vielfach schief und ungenau. So scheint dem Verf. die Bedeutuug des Terminus petitio principii nach dem zweimaligen Gebrauch, den er von ihm macht (S. 7 und 12), völlig unbekannt zu sein. Auf die Vorbemerkungen folgt ein Litteraturnachweis (S. 40—185). Wir können dem Verf. zu unserem Bedauern nicht einmal das Zugeständnis machen, auch nur nach dieser Richtung hin eine nützliche Vorarbeit geleistet zu haben, ״wenn seine Sammelarbeit anders zu etwas anderem auch nichts nützeי sein sollte“. (S. 20). Aus der jedes Princips entbehrenden Zusammenstellung der verschiedensten Schriften und Abhandlungen, die oft mit der Ethik des Talmuds nicht das Geringste