Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Geschichte der Khetthubba
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 1)
- Language
- German
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Zur (ieschichto 1h1׳• Klicthubbii. 213 Zur Geschichte der Khethubba. Von Prof Dr. David Kaufmann. Das Urkundenwose» der rnbbinischcn Gerichtsbarkeit bildet »och ganz uml gar ei» Desidcrium der jüdischen Wissenschaft. So oft auch in handschriftlichen und ge-!]nickten Formelbücher» die 'Texte und für allerlei Gelegen- /leiten berechnete» Fassungen der verseliiedcne.» Vertrüge, gesammelt und behandelt wurden, so kann doch auch nur von dem Versuche einer (iosehichte dieses so wichtigen De״ bietes bisher nicht die Rede sein. Die ältesten und die jüngsten Bestandtheilo der Urkunden laufen »»geschieden m׳l)(‘11 einander her. Die Aufsuchung derjenigen Elemente, die in den ältesten Quelle», in der Schrift, in der Misch 11a und im Talmud überliefert erscheinen, ist noch nicht, gefordert, geschweige unternommen worden. Wie wenig aber die stillschweigend zur Annahme gelangte Vorstellung von der starren Unveränderlichkeit dieser Fonnein berechtigt ist, das zeigt ein prüfender Blick auf die in verschiedenen zeitlich und räumlich auseinandcrlicgcnden Quellen uns überlieferten Fassung(.‘» einer und derselbe» Urkundengattung. Behauptungen in Betreff des in den einzelnen Instrumenten Enthaltene» oder Fehlende», verallgemeinernde Schlüsse aus dem formelhaft erstarrtem Wortlaute ihrer gegenwärtig üblichen Fassung werden daher so lange verfehlt sein, als nicht eine das gesummte Material aus der Litteratur und den handschriftlich erhaltenen Denkmälern dieser Gattung berücksichtigende Untersuchung vorgelegt sein wird. Um an einem einzeln(;» Beispiele die Wahrheit dieser Beobachtung zu (»•weisen, mögen hier die folgenden anspruchslosen Bemerkungen zur Geschichte der Khethubba ') eine Stelle finden. Müssen wir auch die Hoffnung aufgeben, die ‘) lieber das Alter der Institution h. M, Bloch שערי תורת התקנות II, 1 p. 45ff. In Betreff der Frage, ob mit Graetz in der tjt!?*9^ bei Tobit 7,14 die כתובה zu erkennen ist, 8. Kosenmann, Studien zum Buche Tobit p. 1(5 ff. Betrachtet man die Bedeutung des Ehevertrags in der römischen Zeit, nach dessen Vorhandensein oder Fehlen die Ehe ent־ weder als?wpavog yd\xo<; oder #YW°S galt, so mag in diesem ausschliesslichen Sinne fiir die Bildung^des Wortes כתובה als Vorläge gelten.