Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 5)
- Language
- German
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Besprechungen. 44 ו »Sota 41)b . . . בא־ין ישראל לשון סורסי למה. Friedmanu .meint <127 .<ן!, dass dem Taimudkuudigeu der Unterschied zwischen *סורס und ארמית geläufig sei. Etwas talnmdkundig hin ic*. 11 wohl auch, aber ich gestehe, dass mir der Unterschied nicht geläuiig ist. Ich behaupte sogar die Identität!leider, und zwar auf Grund des Parallelisraus des obigen Spruchs von Kabbi mit einem daneben stehenden von K. Josef (s. dort). 8ursi und ,Aramith werden aber noch ausdrücklich iüentiiicirt in jerus. .Sota VII, 21 wo es im Namen K. Jochanan’s heisst: 'שלא ירא לשון סירס ר)ל בעיניך שבתורה ובנביאים ובכתובים הוא אמור . ., wo es sogar ausdrücklieh mit ארמית idontilieirt wird. Und ist denn das, was an dieser Stelle hier als Sursi im Pentateuch, in Propheten und Hagiographen bezeichnet wird, nicht wesentlich dasselbe wie unser Targumaramüisch? Wenn also Kabbi das Sursi in Palästina für unnöthig zu seinerzeit erklärt, so hat er damit in erster Keihe die Sprache unsers Targums gemeint. Vielleicht fand er in dem Gebrauch des Targums eine Gefahr für das Hebräische, das er ja in meisterhafter Weise in der Schule zur Herrschaft brachte und vielleicht auch im Verkehr zur Herrschaft bringen wollte, flogen aber die Gründe welcher Art immer sein, 60 kann man doch nach den bereits erwähnten Spruch Simon b. Gainliel’s als feststehend erachten, dass die Niederschrift eines aramäischen Targums in der Zeit nach Hadrian vom Patriarchen als verboten erklärt wurde. Dadurch ist unser Targum aus dem nächsten Kinllusskreise der Patriarchen, aus Palästina alsbald geschwunden, während es seinen Platz in Kabylon behauptete. Kin unfreundliches Verhält n iss zwischen den Gelehrten und Methurgemanim auch für eine spätere Zeit erkennt man ja auch aus dem von Friedmann (p. 88; angeführten Midrasch und seiner feinen Bemerkung über דרשנים und מתורגמנים. Friedmann’s Behauptung (ין. oh 1V.) über das hohe Alter eines schriftlich fixirten Targums und dass bereits Esra ein Pentateuchtargum als Buch mitgebracht hätte ist unbewiesen und unbeweisbar. Seine scharfsinnige Deutung von Nch. 8, 1 — 2 (58 .ין IV.) durfte Friedmann selbst mehr als Witz denn als entscheidenden wissenschaftliche« Beweis ansehen. Aus Babyion kam mit den zurückkehrenden Exulanten nur die hebräische Sprache nach Palästina zurück, aber nicht die aramäische. Diese ist vielmehr von den benachbarten westaramüischun Völkern, wahrscheinlich zur Zeit der Entleerung Palästinas zum Mindesten von aller hebräischen Intelligenz eingediungeu und zur Herrschaft gekommen. Friedmann erklärt <p. 102) דאורייתא מיפרשא מי לתא der Pentateuch sei schon früher übersetzt worden. Das ist falsch, wie es sich auch aus dem sich unmittelbar anschliessenden Gegensatz ergiebt הנביא איכא מילי דמפרשן ואיבא מיל־ המסתמן (Megilla da)? Nach seiner Erklärung müsste 08 liier heissen: יואיכא מילי דלא מ־פרשן •So sehr wir aber in Vielem mit Friedmann nicht übereinstimmen können, so müssen wir ihm doch dankbar sein für seine mit gediegenen und scharfsinnigen Bemerkungen vielfach durchwirkte Arbeit und namentlich dafür, dass er die Personenfrage des Onkelos und Akylas nochmals in Fluss gebracht hat. Der Wahrheit die Ehre gebend, erkenne ich noch schliesslich an, dass ich meine Beweisführung von בורגני durch die von Berliner (Targum Onkelos II. p. 95) und Friedmanu (p. 129 Note 1) gegen meine Auffassung vorgebrachten Gründe als erschüttert erachte. Breslau. Dr. Bosenthal. Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift, ist untersagt.