Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1896-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Besprechungen. Bacher, Prof. Dr• Wilhelm. Die Agada der Pal8stinen8i8chen Amoräer. Zweiter Band: Dio •Schüler Joch an ans (EntÜe des dritten und Anfang;• des vierten Jahrhunderts). Strassburg 1. E., Karl 1. Trübnor. 1896. VI (2) u. 545 SS., 8. ln der Einleitung zu dem im Jahre 1892 erschienenen ersten Bande verbreitet sieh der Verfasser mit dankenswerther Ausführlichkeit über Ziel und Aufgabe seiner Arbeit. Er beabsichtigt nicht, eine Geschichte der Agada zu geben, eine Darstellung ihrer Stufen und einzelnen Phasen; worauf es ihm in erster Reihe ankommt, ist vielmehr eine solche Bearbeitung des Stoffes, welche Charakter und Eigenart der vornehmsten Träger und Urheber der Agada in scharfen Umrissen bervortreten lasse. Pur diesen Zweck, für die gründliche Kenntniss, welche die Darstellung uns von den Leistungen der einzelnen Autoren verschallen soll, ist nach Ansicht des Verfassers auch das Unscheinbarste und Fernliegendste von Bedeutung. Nichts will er missen, Alles ist für ihn weithvoil, um den Geist jener fernen Zeit abzuspiegeln, die Denkweise jener Männer uns zu erschlossen und uns einen Einblick in die Welt, in der sie sich bewegton, z!1 gewähren. An diese Ausführungon, welche hauptsächlich über die Absichten des Verfassers orientiren und uns den besten Maasstab für die Beurtheilung seines Werkes an die Hand geben, schliessen sich einzelne treffende Bemerkungen über Geist und Charakter der Agada ira Allgemeinen, Mit Recht wird Bd. I, S. XIV gesagt, dass die Agada auch als Erzeugnis der nach dichterischer Bethätigung ringenden Volksseele zu betrachten sei, als die einzige Aeusserung dieser Art während eines langen Zeitraumes, vom Abschluss der biblischen Poesie bis zum Erwachen der nouhebräischen Dichtung. Durch diese Bemerkung wird ein Punkt gestreift, der für die Aufgabe, die sich der Verfasser gestellt, nicht ohne Bedeutung ist. Vieles von dem, was auf Seite XV so treffend die ,,immanente Poesie der Agada“ genannt wird, wird auch immanent bleiben, und muss bei einer Bearbeitung, die wissenschaftlichen Zwecken dient und keine freie dichterische Nachbildung sein will, verloren gehen. Der Geist einzelner Agadas wird in einer Uebersetzung, dieselbe mag noch 80 kunstvoll sein, nicht zum Vorschein kommen. Es fragt sich daher, ob nicht jener ,.intime Einblick in die Geisteswelt“ der Agadisten, den uns die Darstellung gewähren soll, in vielen Fällen auch nur auf intimem Wege gewonnen werden kann, nämlich durch unmittelbare Vertrautheit mit den Quellen. Doch richten sich diese Bemerkungen nicht gegen den Verfasser, sondern heben nur eine Eigentümlichkeit des Stoffes hervor, welche allerdings zur Folge hat, dass auch die beste Wiedergabe zuweilen den ursprünglichen Text nicht ersetzen kann. Dieser Eigenart und dem spröden Charakter des Stoffes ist es zuzuschreiben, wenn trotz aller Meisterschaft und glänzenden Gewandtheit des Verfassers manche Stellen unverständlich bleiben. Wie soll z. B. der Satz verstanden werden, der sich auf S. 66 des vorliegenden Bandes findet: ״Zehnmal ist — in Gen. 23 und ib. 49, 32 — dieser Name (בני חת) geschrieben, entsprechend den zehn Geboten. Das 8011 Dich lehren, dass, wer das Kaufgeschäft eines Frommen deutlich darlegt — wie es beim