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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-01-01 · Heft 2 · p. Seite 96

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1896-01-01
Page
Seite 96 (sequence 5)
Language
German
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9G Besprechungen. Der Wunderbaum der •Sag!* ist an sieh kein Schwindel und kein Betrug, sondern eine natürliche Erscheinung, aber für die Erkenntnis* einer historiseben Thatsache ist doch nicht der Baum, sondern nur sein ursprünglicher Keim von Bedeutung. Gelingt 03 durch eine Vergleichung ähnlicher Erscheinungen und die Erwägung der Stimmungen der Zeit und der Verhältnisse diesen Keim, wenn auch nur mit einem hohen Grade von Wahrscheinlichkeit zu erkennen, dann hat die Tradition einen historischen Werth. Im anderen Falle muss man sie doch, um mit F. zu reden, negiren. Der Grundsatz העמד דבר על חזקתו gilt nicht für die historische Forschung. Auch Herr Friedmann hat ilm in seinen hebräischen Meisterwerken nicht befolgt, und sicherlich nur zum Vortheile derselben. (Schluss folgt.) Gustav Wertheim. Die Arithmetik des Elia MisrachE Ein Beitrag zur Geschichte der Mathematik. 2. verbesserte Auflage. Braunschweig, View eg 1890. 5 Bl, u, 68 S. Während fast alleZweige der hebräischsoa Eitteratur bis iu's Kleinste, ja bis in’s Kleinlichste verfolgt werden, linden die Schriften über ״profane“ Wissenschaften aus leicht begreiflichen Gründen selten den zwiefach geeigneten Mann, und man muss schon zufrieden sein, wenn nicht werthloue Schriften, wie der letzte Abklatsch von Carmoly’8 Geschichte der jüdischen Aerzte zu Markte gebracht werden. Das Forum für Schriften zur Ge «־•lichte der extacten Wissenschäften ist eigentlich im engeren Kre׳..e der Fachmänner; doch muss die Culturgeachichto der Juden von ihnen Notiz nehmen; daran erinnert uns auch die vorliegende Studie, und zwm* in einem Zusatz (S. 40) zur ersten Auflage (im Programm der Kealsehule 1893). Der Verfasser hebt hervor, dass in Misrachi’s Aufgaben keine Spieler, keine Beute theilonden Söldner, keino in der Schenke sitzenden Männer, Frauen und Jungfrauen, keine Zins nehmenden Gläubiger (ich hebe diese Worte hervor), hingegen Münzvergleichungen, Arbeitslöhne, Erhschaftstheilungen, Kauf und Verkauf Vorkommen. Soll etwa daraus hervorgehen, dass es in Misrachi’s engerem Kreise gar keine Spieler gab? oder dass ihm Zins überhaupt so verpönt war, ־wie Spiel? Hr. W. analysirfc das ם׳ המספר nach der vollständigen, bereits seltenen 1. Ausg., unter Heranziehung dor vorangegangenon und gleichzeitigen anderweitigen Litfceratur, welche hier zu den ,,Aufgaben“ (S. 40 bis 42) genauer verzeichnet ist. In wenigen einleitenden Seiten giobt er die nothwendigsten Daten über Elia. Das Tobsjahr 1526 (S. 2) ist erst seit Kurzem bekannt (Magazin VIII, 116, IP2) das Geburtsjahr ״um 1450“ noch zu begründen. Die Commeutare zu Euklid und Ptolemäus (S. 4, vgl. Die hehr. Uebcrsetz. S. 508) bedürfen noch der Bestätigung. Unter Christen h^t das Buch nicht bloss Münster beschäftigt, wie ein Bodleian. Ms. beweist 1). Möge Hr. \V. nunmehr seine dankenswcrlhen Studien einem anderen Autor zu wenden; vor Allem dem Lovi b. Ger *um (Ms. München). Berlin im October 1896. Moritz Steinschneider. 1) Kxcerpta ot notfu*. in Aritlmu'ticHiu K. Eliao vtv. 'Avatöliou ins. Casaubon 27 der llodleiana (Gosse, Cntalogi Cod<L ■ Mss. pars prima, isfja p. 2ז Auf. .,V'ercurrebam pauflo nttentius“. Es fragt sich, ob der Verf. etwa bloss Münsters iatein. Auszug benutzte. Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift■ ist untersagt.

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