Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829696-2829699-2880250--27532-2880304- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
■Besprechungen. 9:3 in der Synagoge gebraucht wurde. Sie wurde vielmehr nur hei den Vortragen in den Proseuchen benutzt. Was Herr F. sieh untor einer Proseuche denkt, sagt er uns nicht deutlich; er scheint aber darunter, unbekümmert um die Ethymologie des Wortes, die auf das Beten hinweist, eine Art von Beth-ha-Midrasch oder ״Schiurstube“ zu verstehen, (p. 29.) Beim Gottesdienste in der Synagoge wurde die Thora aus dem hebräischen Urtext verlesen, aber aus einem eigenartigen hebräisch011 Texte, welcher von den 72 Gelehrten für Ptoleuuius eigens niedergeschrieben und mit den bekannten 13, beziehungsweise lf> Veränderungen präparirt war. P. stimmt zwar für das höhere Alter der n lexandrinischen Version, für ihre Entstehung zur Zeit des Ptolemäus Philadelphus, indem V. die Legende des Pseudo-Aristeas mit einem neuen Grunde, stützt, und zwar mit der Annahme eines äusseren Druckes aus. politischen Motiven, um nämlich die Juden zu griicisiren und in völlige Hellenen umzuwandeln u. 8. w. (p. 14 IV.). Ursprünglich wurde daher dieser griechische Text auch hei den öffentlichen Vorlesungen in der .Synagoge gebraucht. ,,Als aber dio politischen Verhältnisse sich änderten und insbesondere als nach der makkabiischen Restauration, wie auch durch stete Neueinwanderungon aus Palästina eine gesunde Rcaction eintrat, kehrte man zum Urtexte zurück“ (p. 29). Eortan bediente man sich der Septuaginta nur zum Unterrichte, zu Vorträgen, zur Privatlectüro und beim Ideenaustausche mit Heiden. Da man deshalb für die Beinhaltung des Textes nicht mehr so besorgt war, so schlichen sich in den grieohischon Text nach und nach allerlei Unrichtigkeiten und Fälschungen ein. Eine neue Uebersetzung wurde daher zu einem gefühlten Bedürf- »iss, damit man einen geeigneten Behelf für den Jugend- und auch den Proselyten-Unter rieht habe (p. 30). Und dadurch entstand das Werk des Akylas. Nach E. gab es aber droi Männer diose3 Namens, welche ganz merkwürdiger Weise sämmtlich Proselyten und auch aus Pontus waren. Der eine war der bekannte Uebersetzer, der zweite der in Körner IG, 3 als Christ, dagegen in Apostelgeschichte 18, 2 als Jude aus Pontus und daselbst, v. 2G unbestimmt genannte, dor dritto aber der in ספרא zu בהר erwähnte. Den zweiten opfert später F. solbst, indem er ihn trotz seines energischen Protestes gogen Graetz in einer Note p. SO, dann p. 49 offenbar mit dom ersten identilicirt■. Der dritte Akylan wäre aber sicherlich ein Anderer, obgleich auch für ihn Pontus als Heimat angegeben wird; aber das Pontus des letzteren sei nicht das Pontus des ersteren, nrnht die bekannte alte Provinz am schwarzen Meere, sondern ein Ort an der ״libanonischen Gebirgskette*‘ (p. 32). F. beweist dies aus Siphra zu Lev. 25, 7: אשר בארצך מד. שבארצך אוכלים לא מה שהוציא עקילם לעבדיו לפונטים. Hier hat sich der sonst so scharfe Kritiker F. \\1\ dem weniger kritischen Comraentarקרבן אהרן gefangen nehmen lassen. Denn diese Stelle im Siphra beweist das gerade Gegenthcil, dass nämlich auch dieses Pontus nicht in Syrien; zu suchen sei. 1111 unmittelbaren Anschluss an die obigen YV orte heisst es nämlich in Siphra: אר׳יש שמעתי בפירוש שמוצ;אין לבוריא ואין מוציאי! לחי״ל. In dieser Controverse der beiden Tanaiten handelt es sich zunächst nur um eine formale Differenz. Der Wortlaut im Siphra spricht aber dafür, dass zwischen dem ת״ד und ר״ש überhaupt keine sachliche Differenz vorhanden sei, also für die ursprüngliche Auffassung jerusch. Schebiit VI, 5, dass nämlich Beide halachiach übereinstimmen und dass R. Simon in seiner Tradition das neulich (בפירוש) ausspricht, was auch in der Tradition das ת״ק nur weniger bestimmt enthalten ist. Mag man aber auch aus den verschiedenen