Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 12 (September 1896)
- Article
- Jüdische Alterthümer in Worms
- Date
- 1896-09-01
- Page
- Seite 559 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 1× ep/1002670
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Jüdische Alterthümcr in Worms. 559 der sein ganzes Leben nach Wahrheit forschte, nicht mit einer Lüge zu verherrlichen suchen. Die jüdische Gemeinde za Worms kann dabei immer noch mit Becht darauf stolz sein, dass Raschi seine Studien in ihrer Mitte gemacht hat. Es ergiebt sich aus unserer Untersuchung: Die Männer־־ Synagoge ־wurde 1034 erbaut, nicht bloss renovirt; 1175 wurden unbekannte Bauten aufgeführt (N. 4); 1186 entstanden die Bauten im Hofe; 1213 wurde die Frauen-Synagoge erbaut — die Yorhalle gehört einer späteren Zeit an; 1624 erbaute David Oppenheim die sogenannte Raschi-Kapelle. Der Friedhof scheint gleichzeitig mit der Synagoge, d. i. 1034, angelegt worden zu sein. Ich fand keinen Grab־ stein, der älter wäre als 10341). Wohl meint Levysohn (S. 11) in einem Epitaph das- Datum (2באלול תרם לב gefunden zu haben, und dann würde das Alter des Eriedhofes bis zum Jahre 900 3) hinaufreichen. Aber L. gesteht, dass die Schrift auf jenem Steine ,,schwer zu lesen“ ist, und ״nur noch wie hingehaucht erscheint“. Unter solchen Umständen ist ein alleinstehendes Datum verdächtig. Ich habe vergebens nach dem Steine gesucht; wahrscheinlich ist er in den Boden versunkem Ich vermuthe, das Datum lautet: באלול חתם לפ, d. i. Elul 1100. Der linke Haken des zweiten ת war entweder lädirt, oder ist von Levysohn unbemerkt geblieben. Der Yater der Verstorbenen: ר׳ שמואל הנהרג על יחוד השם wäre dann ein Märtyrer des ersten Kreuzzuges gewesen4). 0 Eine Glosse im Minhag-Buche bei Levysohn (S. 3) will wissen, dass 1615 auf dem Wormser Friedhofe ein Grabstein zertrümmert wurde, der damals über 1500 Jahre alt war, und dessen Stücke ״über’s Meer“ (als Reliquien) geschickt wurden (s. Aronius, Eegesten, N. 1). Diese und ähnliche Sagen brauchen natürlich nicht berücksichtigt zu werden. Als Gegenstück erwähne ich, dass nach der Versicherung eines Commeatators (bei Zunz Litg. S. 4) der Paitan Ascher ha-Levi aus Vitry, der erste Jude gewesen wäre, der sich in Worms niedergelassen hätte (vergl. Monatsschrift 1876 S. 378). Ascher lebte nach Zunz während des ersten Kreuzzuges l 2) L. denkt an לבריאה. Wahrscheinlich ist לט לפרט zu lesen. 3) L. schreibt und berechnet irrthümlich 905. אלול תרם ist genau 900, vgl. Aronius, Regesten, N 120. d) In dem Wormser Martyrologium des ersten Kreuzzuges kehrt der Name Samuel einige Mal wrieder.