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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-08-01 · Heft 11 (August 1896) · p. Seite 516

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 11 (August 1896)
Article
Geschichte und Annalen der Dyhernfurther Druckerei
Date
1896-08-01
Page
Seite 516 (sequence 2)
Language
German
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516 Geschichte ־und Annalen der Dyhernfurther Druckerei. er auch schon vorher sein Einkommen durch den gelegen!־ liehen Ei11~ und Yerkauf von Büchern zu verbessern gesucht, so lernte er doch erst hier, an der Centralstelle des litterarisehen Lebens seiner Glaubensbrüder, den Grossbetrieb der Buchdruckerei und des Buchhandels* 1) im Einzelnen kennen, und hier reifte in ihm der Entschluss, sich von nun an ganz der Herstellung und dem Vertrieb hebräischer Bücher zu widmen. Er zog daran! 1684 wieder nach dem Osten und scheint in Wien2) persönlich die ersten Vorbereitungen zur Verwirklichung seines Planes getroffen zu haben. Soviel steht jedenfalls fest, dass er am 8. Januar 1685 3) dem Breslauer Oberamt ein ״Kayserliches Rescript wegen vorhabender Aufriehtung einer Buchdruckerey ausser der Meylen von der Stadt Bresslau überreicht und umb ein favorables Kgl. Oberamtsgutachten4‘ gebeten habe. Wir wissen auch aus dem weiteren Verlauf der Angelegenheit, wie er etwa sein Gesuch begründet hat. Er stellte in den Vordergrund den Nutzen, den bei der Herstellung der Bücher die inländischen Papiermüller und Buchbinder und bei der Ausfuhr die Grenzzolläinter haben würden, wies auf den grossen Absatz hin, der dass ich so einen Hann hab gefunden, der da auch wohl יpב (bewandert) is in den לשונות (Sprachen) von den מדינות (Ländern) Böhmen, Mähren, Oesterreich, Polen und אשכנז (Deutschland) derarten, dass man es über all sol können verstehn, um keine Wörter in diesem ספר (Buche) gebraucht werden, die hie in Holland und Priesland מורגל (gangbar) senen, den man versteht sie anderst wo nit.“ Uebrigens war EL Sckabtai ,,linguae quoque latinae non ignarus“, wie nicht nur aus dem Umstande ersichtlich ist, dass er einen Theil seines bibliogr. Wissens aus lat. geschriebenen Quellen geschöpft hat, sondern zum Ueberüuss auch ausdrücklieh bezeugt wird von Christian Theophil Ung er, dem gelehrten Pastor von Iierrenlaurschütz und Rützen (in Schlesien), der persönlich, mündlich und schriftlich mit ihm verkehrt hat, (Wolf IV, p. 969.) 1) Er liess selber ausser seinen eigenen Büchern und seiner Betheiligung an der Correctur der Bibelübersetzung Witzenbausens hier 1680 einen Siddux, vor 1682 Psalmen, Maamadot und Tephillat ha- Derech, beides in Duodez bei David Teitaz drucken (St. C. B. 2183. 609) 2) Es ist wohl anzunehraen, dass er sich das Xayserliche Rescript, von welchem sofort die Rede sein wird, persönlich verschafft haben wird. Dass er übrigens einmal eine Zeit lang in Wien gelebt habe, bezeugt auch Wolf (III, p. 1004), obwohl seine Angabe, er sei dort ein Schüler des R. Isserles gewesen, ohne Zweifel irrthümlich ist, da der genannte R, Isserles bereits am Mittwoch, 16. Mai 1640 (Frankel, Wiener Grab- Schriften, No. 124. Kaufmann in Berliners Magazin, Jahrg. 1890, S. 293) verstorben ist. 3) Staatsarchiv Breslau AA III, 12 i, p. 324 enthält diese kurze Notiz. In dieser ganzen Verhandlung nennt sich der Antragsteller ״Simon Sabbatliey Bassista, jüdischer Buchhändler“.

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