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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-08-01 · Heft 11 (August 1896) · p. Seite 508

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 11 (August 1896)
Article
Die Chronik des Achimaaz von Oria (850-1054)
Date
1896-08-01
Page
Seite 508 (sequence 13)
Language
German
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508 Die Chronik des Ackimaaz 70n Oria. den Mann mit dem Banne zu belegen. So ־ward Mose, der als Kinderlehrer in der Gemeinde sein Leben gefristet hatte, gezwungen Oria zu verlassen und in der Fremde seinen Unterhalt zu suchen. Zunächst hatte er sich nach Capua gewendet, ־war aber später nach Pa via gelangt, ־wo er, wie es scheint, dauernd sich niederliess. Vielleicht haben wir in ihm jenen Mose von Pavia zu erkennen, dessen Zeit und Heimath bisher nicht mit Sicherheit zu ermitteln waren, und der nur aus spärlichen Erwähnungen in der Litteratur als eine der frühesten Autoritäten auf dem Gebiete des Talmudstudiums unter den Juden Italiens mehr vermuthet als angenommen ־werden konnte 1). Vielleicht geht seine Bedeutung als Talmudkenner noch auf den Unterricht zurück, deu Ahron, der Babylonier, in Oria ertkeilt hatte. Die Nachkommen Schefatja’s und Chananels. Als ob der Acker des Geistes in der Familie der Söhne Amitthai’s einige Generationen hindurch hätte brach liegen müssen, bevor vrieder die Geschichte von einer reichen Ernte, die sie darauf gehalten, zu erzählen haben sollte, sehen wir mehr als ein halbes Jahrhundert dahingehen, ohne dass von hervorragenden Enkeln und Abkömmlingen Schefatja's und ChananeTs zu berichten wäre. Von dem Sohne Amitthai b. Schefatja7s weiss Achimaaz nur den Namen Abdiel zu berichten,* 2). V011 dem Enkel Baruch muss er vollends schon Tadelhaftes erzählen. Der Verfall ־war hier bereits so deutlich zum Ausdruck gelangt, dass dieser Urenkel Schefatja’s schon als ein Unkundiger hezeichnet werden musste, der sich von der bisher in seinem Hause forterbenden gelehrten Familientradition und Gesetzeskünde völlig verlassen zeigte. Selbst der ängstlich bis dahin gehütete Schatz, das Buch der Geheimnissea), aus dem Schefatja sich Baths für seine Wunderthätigkeit hatte zu holen pflegen, genoss nicht mehr der alten Hoch- und Heiligiialtung, Sonst war kein Sabbat angebrochen, ohne dass ein Licht sorgsam an gezündet worden wäre, das angesichts dieses ehrwürdigen Buches zu brennen bestimmt war. Jetzt war es so weit gekommen, dass man einmal einem Weibe, das in dem Zustande, Ü Ygl. Zunz, Syn. Poesie, p. 19, Halberstam in Xohut’s Aruch I, XXXVIII und Güdemann, GeschieMe des Er Ziehung swesens und der Cultur der Juden in Italien, p. 14, n. 3. 2) P. 125, Z. 8. 3) ספר המרכבה ib. Z. 9 u. 11.

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