Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-07-01 · Heft 10 (Juli 1896) · p. Seite 473

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 10 (Juli 1896)
Article
Die Chronik des Achimaaz von Oria (850-1054)
Date
1896-07-01
Page
Seite 473 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2829132-2829682-2829693-2880061--27292-2880112
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Chronik cles Achimaaz von Oria. 473 gegangen war. Silan0 ereilte denn auch bald die verdiente Strafe, die in der Gestalt eines strengen Bannes im Lehrlianse über ihn verhängt wurde. Jahre hindurch fand Silano die Zeit, seinen Uebermuth zu bereuen, bis auch für ihn die Stunde erschien, die ihm die Achtung der Gemeinde wiedergab. Auf seinen Pilgerfahrten nach Jerusalem war der fromme Achimaaz einmal in Yenosa eingekehrt. Es war die ernste Zeit vor dem Versöhnungsfeste, in die sein Besuch fiel. Keinem Würdigeren konnte die Gemeinde das Ehrenamt des Yorbeters beim Morgengottesdienste der zehn Busstage übertragen. Das war für Achimaaz die gewünschte Gelegenheit, den geächteten Lehrer mit den Seinen zu versöhnen. Unter den Bussgebeten, die er nach der unbeschränkten Dreiheit des Yorbeters in jenen Tagen נ) zum Yortrag brachte, wählte er sich ein synagogales Gedicht Silano’s2) aus, das die Betenden durch die süsse Inbrunst, mit der es der frommen Lehrer Israels, vielleicht der zehn Märtyrer3) gedachte, zu Thränen rührte. Als nach dem Gottesdienste Alles den Kamen des Dichters, des frommen Liedermundes erfahren wollte, dem so erhabene Töne zum Preise der Lehrer Israels und so strafende Accente gegen dessen ungläubige Feinde entströmten, eilte Achimaaz, die Fragenden durch die Antwort zu beschämen: Der süsse Mund ist Euer geächteter Silano. Der Bann ward aufgehoben, der lose Streich vergeben und vergessen, Silano aber von Neuem der Liebling seiner Gemeinde. - (Fortsetzung folgt.) 1) Zunz, die synagogale Poesie des Mittelalters p. 61. 2) Die offenbar verderbte stelle p. 115 z. 18: 4 התחיל בסליחות ותחנונים עד ברינונים באחד שהיד ר׳ מילנו איש אמונים׳ ist vielleicht so zu verbessern, dass statt עד, für das die, Handschrift עד bietet, שר gelesen und שהיה entweder in שתוה verändert oder zu [שהיה [מחבר ergänzt wird. Das אלה וכחש [.1 ונחש] 4 ורצח וכחש anfangende Gedicht ist für uns vorläufig verloren. 3) Die rätheihaften Worte ib. z. 19: בנע בובר קדמונים 4 החליף רבנים 4 וגרמו המניס * חילף המינים sind ohne kenntniss des Gedichtes kaum zu erklären. Statt des sinnlosen וגרמו חמנים könnte an: ונראו חכמצים gedacht werden, so dass die Stelle synonym zu רבנים besagte: er setzte die Babbinen ein, so dass an Stelle der Nichtjuden die Gelehrten erschienen. חבמנים, an das Don 010’s Titel חבמוני erinnert, entspräche רבנים הדל חכמים. Vgl. p. 120 Z. 18: חננאל חכמוני.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.