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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-07-01 · Heft 10 (Juli 1896) · p. Seite 468

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 10 (Juli 1896)
Article
Die Chronik des Achimaaz von Oria (850-1054)
Date
1896-07-01
Page
Seite 468 (sequence 7)
Language
German
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468 Die Chronik des Achimaaz Y0n Oria, Als am ersten Sabbat ein jugendlicher Vorbeter Tor die־ versammelte Gemeinde hintrat, um mit seinem lieblichen Vortrage alle Andächtigen zu entzücken, merkte Ahron allein, dass man es da mit einem längst Verstorbenen zu thuii habe. Statt nämlich den Gottesnamen beim Barchu auszusprechen, hatte der Yorbeter ihn. unterdrückt und durch seinen Gesang über die Auslassung hinwegzutäuschen versucht. Sofort herrschte ihn Ahron mit dem Befehle an, im Gebete innezuhalten, denn ihm war es blitzartig klar geworden, dass eine abgeschiedene Seele, ein Todter, der nach dem Worte des Psalmendichters (115, 7) Gott nicht preisen dürfe, hier vor die Gemeinde hingetreten war. Bald war die Ahnung zur Gewissheit geworden. Ein reumüthiges Bekenntniss des Jünglings, der dem Drängen Ahron’s nicht zu widerstehen vermochte lind von den Versammelten nur die Versicherung forderte, dass sie seine Sünde auf sich zu nehmen bereit seien, bewies der Gemeinde, dass der Mann in ihrer Mitte weilte, vor dessen Auge das Verborgenste offen lag. Der hier in Benevent als Vorbeter auftrat, war ein Jüngling aus Jerusalem. Ein frommer Mann, Namens Achimaaz, der ohne jede nähere Angabe über seine Heimat ב) und Stellung plötzlich in unserer Chronik auftritt, aber offenbar ein Süditaliener, der ein Gelübde gethan hatte, wiederholt nach Jerusalem zu pilgern, hatte dort an ihm Gefallen gefunden und von dessen Mutter ihn sich ausgebeten, der er ihn nnversehrt zurück zubringen sich verpflichtete. Als Achimaaz dann in der Heimat mit seinen gelehrten Freunden, dem .Schuloberhaupte und dessen Jüngern1 2) beim fröhlichen Mahle sass, ward an den fremden Jüngling'die Aufforderung gerichtet, durch seine Lieder die Versammelten zu ergötzen. Da bemerkte Achimaaz, dass einen! ehrwürdigen Greise in der Ge- Seilschaft, während der Sänger sich vernehmen Hess, unaufhaltsam die Thränen aus den Augen stürzten. Unheil ahnend, beschwor er den Greis, ihm den Grund seiner Ergriffenheit nicht vorzuenthalten. Da erfuhr er zu seinem Entsetzen, dass dem jungen Leben schon das Ziel gesetzt ־war und er den Knaben, den er der Mutter zuzuführen sich eidlich verpflichtet hatte, in der kürzesten Zeit verlieren werde. Als die Versammelten seinen grenzenlosen Jammer sahen, entschlossen 1) Es ist jedoch möglich, dass p. 113 Z, 22 in den Worten: איש יהורי היד. ביומו * ור אחימעץ שמו das verdächtige ביומו einen Ortsnamen verbirgt. 2) 1b. Z. 27: ותלמידי הרחבה f עם ראש הישיבה.

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