Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1896)
- Article
- Juda Halewi und sein egyptischen Freunde Samuel b. Chananja und Ahron Alamani
- Date
- 1896-06-01
- Page
- Seite 421 (sequence 5)
- Language
- German
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Juda Halewi und seine egyptischen Freunde. 421 Welt, für die Reize der Landschaft, für den Zauber menschlieber Schönheit. Der eben noch von Zion glühte im Träumen und im Wachen, preist die Töchter des Landes, die Macht ihrer Blicke, das Sieghafte■ ihrer Erscheinung. So blüthenrein lind blendend erscheint ihm die Weisse ihrer Arme, dass er nicht begreift, wie sie, die das Auge nicht auf sich ruhen lassen, ohne es zu versengen, den Blick nicht ertragen, ohne ihn zu blenden, die Last unnützen Geschmeides, den entstellenden Schmuck der Armbänder aushalten 1). Ja, es ist eine Opfer fordernde Schönheit, die aus diesen Mienen strahlt! Getroffen, ja, vernichtet sind, die in diese Sonne blicken. Und Aliron Alamani soll dieser Opfer Richter und Rächer sein; der vom Nagicl eingesetzte Oberlichter von Alexandrien soll plötzlich des Schiedsamts walten — im Minnegeriehtshof. Aber wir erfahren noch ein Anderes von dem Ansehen, in dem dieser Freund bei Juda Halewi stand. Yon seinen Liedern kann noch er selber lernen, im Munde des Dichterfürsten seiner Zeit ein Lob, das schier unfassbar klingt, wenn wir daran denken, dass unsere Literaturgeschichte von dem Namen des ägyptischen Sängers schweigt und kein Vers seiner Dichtungen sich zu uns herübergerettet hat. Da erscheint es denn wie ein Hoffnungsstrahl, der weiteres Licht verlieisst, wenn auf einem vereinzelten Blattfragmente einer altägyptischen Piutimsammlung Aliron Alamani über einem seiner Gedichte genannt wird. Fünf Zeilen sind es leider nur, die von dem synagogalen Liede sich erhalten haben, das in der Sammlung die Nr. 98 trug, aber die Ueberschrift zeigt, dass es einst sicher nur eines von vielen gewesen ist, ואיך נשאו ציידים או צעדות (ב עצלות מנשוא עפעף יעפות Ich wage hier gegen Luzzatto’s Lesang und Erklärung dieses Verses Einsprache zu erheben. עצלות und יעפות bieten eine unnütze Doppelung; עפות\ im Sinne des arabischen לואה — עאגז das Unvermögen bezeichnend, ist hier vollkommen an seinem Orte und für sich ausreichend, עצלות, im besten Falle überflüssig, im Vergleiche dazu störend und unschön. Ich lese: אצילות (Jer. 38, 12), das als Synekdoche, wie אישון ,בבה ,עפעף hei den Dichtern das Auge, als Theil des Armes den ganzen Arm bezeichnet. Das Wort entspricht hier als Synonymon dem vorangehenden Verse: .ודים בזרועות החשופות Ich übersetze aber auch, ein Missverständniss Luzzatto’s Virgo p. 10, n. 1 berichtigend; Wie vermögen Bänder, Spangen zu ertragen Arme, die der Wimper d’rauf zu ruh’n versagen?