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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-05-01 · Heft 8 (Mai 1896) · p. Seite 383

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 8 (Mai 1896)
Article
[Rezension]
Date
1896-05-01
Page
Seite 383 (sequence 3)
Language
German
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Besprechungen, 380 Bekannt ist die Rolle, welche diese Verheissung der selbst den Tod im Meere überwindenden Unsterblichkeit der Seele im Munde mehrerer jüdischer Märtyrerinnen gespielt hat, die den Sprang in die todbringenden Flut he n angesichts dieser Verkündigung nicht mehr scheuten. Ygl. Gittia f. 57h, Zunz, die gottesdienstlichen Yorträge 2, p. 377b, Synagonale Poesie des Mittelalters, p. 56. Merkwürdigerweise ist in den!NachWeisungen der Wichtigkeit des Psalters, für die Symbolik des die Auferstehungshoffnung illustrirenden BilderkreLses, p. 182, n. 7, gerade diese classische Stelle übergangen. Die Haltung der Hände beim Gebete, wie sie in den Gestalten der Oranten zur Darstellung kommt, braucht keineswegs (p. 175) auf Griechen und Römer zurückgeführt zu werden. Durch Stellen wie 1. Kon. 8, 22 und 54 über die Haltung Salomo's beim Gebete und vollends durch Thr. 3, 41, wo wir gleichsam in die Psychologie dieses Gestus einen Einblick erhalten, ist die Eochhaltung der Hände beim Gebete aus der altisraelitischen Epoche sattsam belegt. Ygl. Isachar Bär Eulenburg’s באר שבע f. 116b, der das Beten mit erhobenen Händen wieder einführen möchte. Die Vorstellung von dem Symposion im Jenseits p. 177 braucht ebensowenig aus der Antike zu stammen. Die Schilderung Beraehoth f. 17a: צדיקים יושבים ועטרותהים בראשיהם ונהנים כזיו שכינה verweht allerdings in der Bekränz ang des Hauptes, wie wir jefcy,t durch Dieterich’s Nekyia p. 78 ff. u. a. St. ועטרותיהם unzweifelhaft übersetzen müssen, einen antiken Zug, aber das himmlische Mal selber ist keineswegs entlehnt. Der Phönix als S3rmbol der Auferstehungshoffnung p. 238 kann biblischen Ursprungs sein, da Job. 29,18 in ältester Zeit bereits so ausgelegt wurde. Die Verhüllung des Antlitzes durch den Mantel, aus Scheu vor dem Göttlichen, wie sie auf dem Sarkophag von Arles p. 252 dargestellt wird, war nicht durch Ex. 3,6, sondern durch die klaren Worte 1. Kön. 19, 13 aus der heiligen Schrift zu belegen. Diesem Zwecke der Verhüllung von Haupt und Händen hat sicherlich ursprünglich der Talith, das einhüllende Gewand [= מטלית] gedient. Die Frauen gestalt auf der Elfenbeinschnitzerei der Cathedra des Maximianus in Ravenna bei der Beweinung Josephs durch Jakob kann nicht wie p. 282 als die damals längst Verstorbene Rahel gedeutet werden, die ja bei der Geburt des neben dem Vater dargestellten Benjamin bereits den Tod gefunden hatte; vielmehr dürfte darin die nach der Sage dem Erzvater zur Seite stehende Enkelin Serach, die Stieftochter Aschers, zu erkennen sein. Die plastische Darstellung Gottes in der Gestalt eines Greises p. 323 entlehnt ihr Vorbild der Phantasie Daniels 7,9 und 18. Ebenso hat die Verkörperung des Arms Gottes in der Kunst ihre Vorlage in biblischen Ausdrücken; nur darf nicht wie p. 322 n. 2 auf Stellen wie 2. Chron. 20, 6; Hiob 1, 11 verwiesen werden, wo an so entscheidende Vorstellungen wie 4. Mose 11, 23; 1 Kön. 18, 46 oder Ez. 1, 3 zu erinnern war; Eine Illustration der Geistesausgiessung p. 348 habe ich im Gegensätze zu der Deutung de Rossi’s auf einem römischen Glase angenommen (Revue des etudes juives XIV, 220). Von Interesse wegen der Benützung einer jüdischen Sage ist die Zersägung des Propheten Jesaja auf einem Goldglase des 5. Jahrhunderts (p. 363). Von einzelnen Fehlern, besonders in den Bibelcitaten abgesehen, ist der Druck des vorzüglich ausgestatteten und durch reichen Bilderschmuck ausgezeichneten Buches als sehr correct zu bezeichnen1). David Kaufmann. 1) P, 32 11. 2 1. Hamza; 38 Z .7 und 13S Z ..4 bedürfen der Verbesserung.

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