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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-05-01 · Heft 8 (Mai 1896) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 8 (Mai 1896)
Article
[Ohne Titel]
Date
1896-05-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Miscellen. Von Moritz Steinschneider. 88. Ein abgedroschener Reim. Neben ,,geflügelten Worten“ und Citafen, oder Sprich״ Wörtern, hinter welchen, als Ausdruck allgemeiner Weisheit, sich oft die individuelle Geistlosigkeit verbirgt, giebt es auch beliebte Reime, deren fast mechanischer Gebrauch durchaus kein Armutszeugnis dem Anwender ausstellt, insbesondere wenn eine hebräische Bibel stelle sich gewissermaassen aufdrängt. Seitdem Zunz es der Mühe wert gehalten, den hier zu besprechenden Reim durch Elia Levita zu belegen, habe ich den Gebrauch desselben, namentlich bei mittelalterlichen Schriftstellern und in! XVI. Jahrhun dert, gelegentlich an gemerkt, 1) und nachdem ich es bis auf ein halbes Hundert gebracht, worunter einige der besten Stilisten, schwebt mir vor חיל בלע ויקיאנו! Der Gegenstand, im Allgemeinen lehrreich, gewann ein neues Interesse durch seine Stelle in der hebräischen Handschriften״ Kunde, worüber ich eben meine Vorlesungen für ein Druckbändchen revidire. Was ich dort zusammengestellt hatte, überschritt den Raum einer angemessenen Fussnote und mag hier nicht als lästiger Eindringling abgewiesen werden, indem ich die specielle Anwendung in Epigraphen, hier nur nebenher berühre. NaftalPs Bezeichnung im Segen Jakob's (Gen. 49, 21): ״eine losgelassene Hindin, die schöne Reden giebtu (Gesenius), klingt befremdlich; in Znnz’s Bibel (nach Arnheim) steht dafür (gegen die recipirte Punktation) Naftali: ״eine gestreckte Eiche — der (!) schöne Wipfel treibt“, wohl wegen des Masculinum, also grammatisch correct, aber absurd; der wipfeltreibende Naftali ist abgeschmackter als eine schön redende Hindin. Die freiere alte Homiletik kümmert sich weder um Syntax, noch um die Aesthetik, sie hält sich nur an ״die Worte‘4 (אמריי) und verwandelt die Schönheit in ein Buch: אל תקרא אמרי שפר 1) Vgl. HB. XII, 40, XIV, 3, XX, 126, XXI, 52: Die heb!. Uebersetz. S. 351 etc.

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