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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-04-01 · Heft 7 (April 1896) · p. Seite 333

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 7 (April 1896)
Article
Wer wurde hgezaust? [Nachricht]
Date
1896-04-01
Page
Seite 333 (sequence 2)
Language
German
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Notizen. 333 schleunigen. Er wurde aber durch die Darbringung der vorgeschriebenen Opfer, welche vorangehen mussten, verzögert. Die Leute wurden ungeduldig. Die ungestümen Babylonier versuchten es, den erwünschten Moment durch rohe Gewalt, durch Zausen der Haare rascher herbeizuführen. Es kann, glaube ich, nur der Mann am Haare gezaust worden sein, damit er dadurch zum sofortigen Aufmärsche und rascherem Gehen gezwungen werde. Denn was hätten die Babylonier mit dem Zausen der Haare des Bockes bezwecken können? Und wäre wirklich der Bock, und nicht der Mann gezaust worden, so wäre es ein seltsames Zartgefühl von Seiten der Tempelverwaltung gewesen, zum Schutze des Thier es eine Brücke zu errichten. Auch können die Worte ״nimm und gehe“ unmöglich dem Bocke zugerufen worden sein, wie Dr. G. behaupten möchte. Abgesehen davon, dass die Sünden, welche Dr. G. als Object des ,,nimm“ substituirt, mit keiner Silbe erwähnt sind, so beweist die Stelle, auf welche er sich beruft, gerade das Gegentlieil von seiner Behauptung. Zu ״nimm und gehe“ der Mischna citirt nämlich der Talmud (Jorna 66b) aus einer Boraita als!Fortsetzung des Zurufes: ״Was verbleibt denn hier der Bock? Die Sünden der Generation sind gross.“ Diese, aus der Ungeduld der Leute hervor gegangene rhetorische Frage spricht von dem Bocke in der 3. Person, folglich war der Zuruf keineswegs eine an den Bock gerichtete Apostrophe. Noch deutlicher erhellt dies aus der Version dieses Zurufes bei Chananel, Aruch (s. v. צפר, s. Kohut) und in einer Handschrift bei Rabbinowitz zur Stelle. Dort lautet der Zuruf: Führe (oder schleppe)! Der Bock ist klein, und die Sünden der Generation sind gross1). Es ist klar, die Anrede war nicht an den Bock, sondern an den Führer gerichtet. In Anbetracht dieser sprachlichen und sachlichen Erwägungen konnte bei mir über den wahren Sinn der Mischna kein Zweifel auf•־ kommen, zumal die meisten gangbaren Commentatoren dieselbe ebenfalls so aufiassen, dass sie die Haare des Führers zausen lassen. Ich begnügte mich daher in meinem Referate über das Werk des Dr. Büchler mit der erwähnten kurzen Bemerkung. Der mir gemachte Vorwurf trifft eigentlieh die Herren G. und B. Wenn sie sich veranlasst fühlten, die Mischna gegen ihren Wortlaut und gegen die Auslegung der meisten Commentatoren zu erklären, so waren sie verpflichtet, ihre Auffassung überzeugend zu begründen. Ich gehe nun zu der Beweisführung des Dr. G. über. Dr. G. meint, es sei unrichtig, den Bock als Object des ״nimm“ hinzustellen, ,,denn der Führer nahm den Bock nicht, sondern führte ihn.“. Als ob das Nehmen das Führen ausschliessen würde! Ganz so wie die Baby- Ionier sagt Pharao: Nehmet euere Schafe und euer Rindvieh, wie ihr sagtet, und gehet (Ex. 12, 32). Auch Pharao versteht also unter קחו ״führet“, und wirklich übersetzen unsere aramäischen Versionen und die Peschito dieses Wort mit דברו (führet). Ferner meint Dr. G., es wäre seltsam, wenn die Babylonier immer den Führer gerade an den Haaren gezaust hätten, und fragt: wurde denn immer ein Lockenkopf zum Führer bestimmt? Kann er nicht auch kurz geschoren gewesen sein? Warum hat er sich nicht kurz frisiien lassen? 11. s. w. Ich könnte ant- Worten, man hätte ja auch die Böcke kurz scheereu können. Ich thue es nicht und bemerke nur, dass an lebenden Körpern die Haare nicht .הנא•: משוך! צנלירא דלן זעיר; והובל דדרא סבלאץ (1

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