Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 6 (März 1896)
- Article
- Isachar Bär, gen. Berend Cohen, der Gründer der Klause in Hamburg, und seine Kinder
- Date
- 1896-03-01
- Page
- Seite 267 (sequence 6)
- Language
- German
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Isachar Bär gen. Betend Cohen. 267 gehörenden Häuser und stadtbekannt reichen Erben Juda Seligmann Cohen's die formelle Klage auf Wiedererrichtung und Forterhaltung der Tahnudklause. Durch das Urtheil vom 19. August 1787 legt der Gerichtshof den! Beklagten die Pflicht auf, die zwei von ihm hüs Eigenthum übernommenen Häuser zur Erhaltung der Klause wieder herauszugeben, während er in Betreff der von Seligmami Cohen verwalteten Stiftungscapitalien die Entscheidung bis nach weiter gepflogener Untersuchung sich vorbehält1). Aber die verlorene Sache der Talmudklause war durch rabbinische Entscheidung nicht zu retten. Isaac Seligmann war im Besitze, aus dem ihn verjährte Ansprüche und gerichtlich oder gr und bücherlich nicht gesicherte Hechte einer papierenen Stiftung nicht vertreiben konnten. Es war sein guter Wille, dass er das Haus, in dem die Klause bestanden hatte, 1788 zur Erbauung der Hauptsynagoge der Altonaer G einein de vermachte 2). Der Name Isaac Seligmann Cohens erscheint aber auch sonst auf den Blättern der jüdischen Geschichte. Als Neffe Josef Oppenheim’s, des bereits am 21. Juli 1739 in Hannover verstorbenen Sohnes B. David Oppenheim’s, des böhmischen Landesrabbiners und Gründers der grössten und werthvollsten hebräischen Bibliothek und Handschriftensammlung, war er der Erbe dieses wissenschaftlichen Schatzes geworden3), den nachmals Daniel Itzig ankaufen wollte und zu dessen Erwerbung sein Schwiegersohn David Friedländer eine Actiengesellschaft vorgeschlagen hat, ohne dass es gelungen wäre, dieses Denkmal opferfreudigsten Sammelfleisses nach seiner Wanderung von Prag nach Hannover, Hildesheim und Hamburg in deutschen Landen festzuhalten 4). Einem allein unter Berend Cohen’s Kindern und Töchtermännern, Elia Oppenheim, war es vergönnt, ein hohes Alter 1) Ib. Nr. VI. 2) Nur Yerm11tkungswei.se nach der ungenügenden Notiz bei M. M. Haarbleicher, Aus der Geschichte der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in Hamburg 34: .,Die Hauptsynagoge der Altonaischeu Gemeinde 1, Elberstrasse No. 20, ward 1788 durch Sonniu erbaut, nachdem der Juwelier Berend Cohen, Kaiserl. Hofagent, sein Grundstück in dessen Hinterüügel er bisher eine Klause unterhalten, dazu vermacht hatte. “ 3) Zuns, Zur Geschichte 237. M. Wiener, Monatsschrift 13, 170, spricht von dem ״Besitz eines gewissen Isaac b. Seligmann in Hamburg, der mit der Familie Oppenheimer verwandt war“. 0 S. Orient Litbl. 1844. 247 ff., 273 ff., 472 ff.