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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-01-01 · Heft 4 (Januar 1896) · p. Seite 189

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 4 (Januar 1896)
Article
[Rezension]
Date
1896-01-01
Page
Seite 189 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen. 189 Lösung, die heute, wo die Texte bereits in gereinigter Gestalt vorliegen und die handschriftliche lieberlieferung immer zugänglicher wird, nicht länger hinausgeschoben werden sollte. Als ein Ausschnitt solch einer Bearbeitung mögen hier einzelne der von Barde nhewer behandelten Deutungen des Namens Mirjam näher erörtert werden. Das Ziel der Erklärung sollte hier nur die Aufsuchung der sprachliehen Grundlage des alten DeutungsVersuches sein. Nicht um die Dichtigkeit und Wahrheit der meist von vorn herein aufzugebenden lieber Setzung der hebräischen Eigennamen handelt es sich hier, sondern um die Aufhellung der sprachlichen Thatsachen, die der Uebersetzer vorausgesetzt oder in seine Vorlage hineingesehen hat. Wenn die griechischen Onomastica sacra Map1ä\1 oder Maptafxa Tcwtpa d־aXacaa erklären, so haben wir nicht mit B. 28 die Unhaltbarkeit der Deutung darzulegen, sondern nur daraus zu sehliessen, dass der Name Mirjam von dem Uebersetzer offenbar in מר ים oder aramäisch מר ימא zerlegt und Marjam gesprochen wurde. Nicht was Sinn oder Grammatik befriedigt, sondern was das Laut- oder Klangbild des Wortes an die Hand giebt, hat die alte Deutung festgestellt. Mapia/x cjjtöpva daXaocta oder cp.6pva fraXaGGV)^ beweist nur, dass in Mar die Myrrhe gefunden werden konnte. Es ist daher kaum richtig, mit B. 28f. zu sagen: ,,Die Ver? schiedenheit des Vocals mör. nicht mär (und noch weniger mir) hat man unberücksichtigt gelassen.“ Vielmehr sehen wir hier dieselbe Deutung an die Sylbe Mar sich anlehnen, die von der Tradition an die erste Sylbe im Namen Mardochai geknüpft wird. Der Gleichung מרא לביא מרדכי (reine Myrrhe) entspricht die Erklärung von מרים durch Myrrhe des Meeres. Richtig erklärt B. die Gruppe Mapia/x cpom£opiv7j ך cpomCouGoc aoxo6c, <pomG|ju6c, cpa>T׳G׳9׳sica für verschiedene Eormen einer und derselben Ableitung־ Ich stimme ihm auch darin hei, das3 von epoyue- Coogcc omooc, dabei auszugehen sein wird. B. Bl sieht auch, dass hier zunächst an מאירם zu denken ist, meint aber, diese Combination dürfte T : an dem grossen Lautunterschiede zwischen מאירם und Mapiag scheitern. Statt sich aber selbst eine unhaltbare Voraussetzung in den Weg zu legen, war hier von der Uebersetzung auf die Vorlage zu sehliessen, die M’iram gelautet haben, muss. Daraus ergiebt sich sofort, dass zwar die hebräische Form מרים, aber nicht nach den hebräischen Charakteren, sondern aus der griechischen Umschrift, in der das consonantische י zu einem verschwindenden Vocal (i) geworden war, die Vorlage des Deutungversuehes gebildet hat. Solche Transscriptionen, wie sie die zweite Columne der Hexapla uns geboten haben würde, sind häufig auf dem Grunde der rälhselhaften Uebersetzungen der alten Onomastica zu entdecken. Denkt man noch daran, dass der Name Meir Erleuchte! im allgemeinem Gebrauche war, so begreift sich diese Auslegung der Namensform Mirjam noch leichter. Der Zusatz a0T06<; ist die Wiedergäbe des Pronominalsuffixes ״ .(30 •?)״־'םDie Erklärung ״von Unsichtbarem her“, Mapia anb &opamv, ist mir räthselhaft,“ heisst es bei B. 31. Da מ in der heiligen Schrift wiederholt nach den Verben des Hinderns in privativer Bedeutung vorkommt, p׳.ap oder pta aber ראיה wiedergiebt <אכיר׳ "- אכים), so war für den alten Uebersetzer zu der Deutung ״vom Unsichtbaren her“ nur ein Schritt. Dass aber nicht alle anderen Deutungen der Onomastica, wie B. behauptet, an die Formen Mapiap. oder Mapia, sondern auch an Mirjam anknüpfen, haben wir soeben erst erfahren. Nach der durchsichtigen Erklärung ״Herrscherin“ מךיא

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