Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1896)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 4)
- Language
- German
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188 Besprechungen. Berichtigungen, die sich für die Darstellung p. 88—93 ergeben, s. oben, wo die neue Lesung der Grabschriften R. Meir’s und Süsskind Wimpfens alle Vermuthungen als überflüssig erweist. Die Conjectur, die B. 85 in dem Datum des Responsums 11. 229 Chajjim Or. Sarna’s vorträgt, ist, ganz abgesehen von4 ihrer Unhaltbarkeit, da 5051 nicht durch אכ״ל ausgedrückt wird und בב״ל nicht in אכ׳ל zu ändern ist, einfach überflüssig. Die erste Bäte, die במרחשון שכת ככ״ל ZU leisten war, wurde bereits beim Leben Rudolfs von Habsburg, also vor dem 15. Juli 1291 gezahlt. נכ״ל ist also einfach, wie es in dem vielverdruckten Texte jener Rechtsgut־ achten so oft der Fall ist, ein Fehler für נב״ל d. 11. prtb נ״ב. Diese 4bklirzung von לפ״ק und Hinzufügung des ל zur Jahreszahl ist in deutschen Urkunden jener Zeit und auch sonst die Regel. Wir befinden uns also ohne eingreifendere Textesänderung im Jahre 1291. An Verbesserungen im Texte der Responsen R. Meir’s möchte ich noch p. 22 für das unverständliche בוי" שבוייך Würzburg ביררצ בורל, p. 36 n. 1 statt des unwahrscheinlichen Marienbnrg Magdeburg Vorschlägen, indem בבדיכבכורג leicht aus במיידבורלן (vgl. 50 n. 1) entstanden sein dürfte. Für die dringend zu wünschende Fortsetzung des Buches ist vor Allem eine sorgfältige, aus dem Studium des gesamiuten Responsen- und Tosafot-Stoffes R. Meir’s fliessende Charakteristik der halachischen Methode des grössten deutschen Talmudmeisters des 13. Jahrhunderts und eine erschöpfende Zusammenstellung aller auf seine schriftstellerisehen Arbeiten bezüglichen Angaben zu erwarten. Möge dann aber auch auf die Glätte und Richtigkeit des Ausdrucks überall die nöthige Sorgfa-lfc verwendet werden, die trotz sonst an erkenn enswerther sprachlicher Vorzüge in diesem Theile vielfach vermisst wird. David Kaufmann. B&vdenliewer 0•, Dr. Prof. Biblische Studien. 1. Band, 1. Heft: Der üfaine Maria. Geschichte der Deutung desselben. Freiburg im Breisgau. TIerder’sche Verlagshandlung 1895. 8 °. X + 160 pp. Die kritische und fast erschöpfende Zusammenstellung der im Laufe von nahezu zwei Jahrtausenden hervorgetretenen Deutungen des Namens Maria durch Prof. Bardenhewer erinnert von Neuem an die schier, ־undurchdringlichen Schwierigkeiten, die der biblische Name Mirjam bisher allen Erklärungsversuchen entgegengestellt hat*. Von besonderem Interesse wird diese Untersuchung dadurch, dass sie uns ein Beispiel von der geschichtlichen Bedeutung vorführt, welche die onomastica sacra, jene ältesten. Versuche, die biblischen Namen zu deuten und zu übersetzen, in Anspruch nehmen. Mag auch die Autorschaft■ Philo’s oder selbst des Origenes an diesen griechischen Sammlungen, deren Urgestalt sicher verloren ist, durchaus zweifelhaft sein, so ist doch der Kern alt und durch die lateinische Bearbeitung, die Hieronymus bereits um das Jahr 390 ihnen gewidmet hat, zu einer Verbreitung und Herrschaft gelangt, die jenen veralteten Etymologieen geschichtlichen und unzerstörbaren Werth verleiht. Die Einsicht in die nicht mitüberlieferten Gründe der hier erhaltenen alten Auslegungen und Ableitungen ist aber auch an sich von Wichtigkeit, weil hier ein Stück Geschichte der hebräischen Sprachwissenschaft noch zu entdecken ist, dem bisher fast gar keine Aufmerksamkeit zugewendet wurde. Eine erschöpfende etymologische Erklärung dieser alten Deutungsversuche wird eine Reihe werthvoller Beobachtungen für unsere Kenntnis» der alten Aussprache und grammatischen wie lexikalischen Auffassung des Hebräischen zu Tage fördern. Hier harrt eine wichtige Aufgabe ihrer