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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-01-01 · Heft 12 · p. Seite 563

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 12
Article
[Rezension]
Date
1895-01-01
Page
Seite 563 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen. 563 Uitate aus demselben bei älteren Autoritäten, erwünscht, ja geboten war, so war es bei dieser Midraschim-Sammlung, speciell bei dem in derselben enthaltenen Agadath Schir ha-Schirim der Fall. Denn nicht nur ist diese Agadah Jahrhunderte lang der Welt völlig unbekannt geblieben, sondern auch das einzige Exemplar, in dem sie auf uns gekommen ist, ist leider von einem sehr nachlässigen Abschreiber angefertigt worden, 80 dass viele Stellen bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt sind. Jede aus derselben citirte Stelle hat daher nicht nur ein gewisses bibliographisches Interesse, sondern besitzt auch einen bestimmten philologischen Werth, indem sie Öfter abweichende bessere Lesarten darbietet. Unerklärlicher Weise fand es Herr Buber, der sonst in seinen Einleitungen etwas sehr ausführlich zu sein pflegt, für gerathen, gerade in der Einleitung zu diesem Midrasch sich einer gewissen Kürze zu befleissigen. Yon den. .Autoren, die die Agadath Schir ha-Schirim mit oder ohne Kamen citirten, sind es folgende wichtige Kadroonim, die Herr Buber unbeachtet gelassen hat: Die Paitanim und ihre Ausleger, R. Tobia b. Elieser, den Verfasser des Lekach Tob, Rasehi, R. Moses aus Tachau, R. Eieasar aus Worms, den Verfasser des יחוסי התנאים והאמוראים, R. Bachia b. Ascher, den Verfasser des wohlbekannten Commentaxs zum Pentateuch, und R. Simon Dur an. Der JalkutMaehiri zu den Psalmen giebt .auch mehrere Sätze, die nur iii der Agadath Schir ha-Schirim zu finden sind. Herr Buber, der eine Abschrift dieses Manuscriptes besitzt, hat zum Nachtbeil seiner Leser trotzdem keinen Gebrauch davon gemacht. Auch den Commentar des R. Moses Tabun zum Hohen Liede scheint Herr Buber sich nur flüchtig angesehen zu haben. Sonst hätte er doch :auf die interessante Thatsache aufmerksam machen müssen, dass dieser Commentar so manche Stelle aus dem Bereschith Rabbah giebt, die nur in der Agadath Schir ha-Schirim und im Chasitha so vorkommt. Wahrscheinlich ist der בראשית רבתי von R. Moses ha־Darschan gemeint. In der Beschreibung des Ms. (Mabo IX) unterlässt es Herr Buber zu •erwähnen, dass ich die Agadath Schir ha-Schirim in der Jewish Quarterley Review und den Seder Olam Suta in der Monatsschrift für October 1894 bereits abgedruckt habe. Dafür hatte Herr Buber freilieh seine Gründe. Warum aber wies Herr Buber nicht wenigstens auf Zunzens Gottesdienstliche Vorträge (2. AutL, S. 277 Anm. i) hin, der zuerst auf diese Midraschim-Sammlung aufmerksam machte, wenn er auch ihre Bedeutung nicht hoch anschlug? In der Beschreibung des Midrasch Ruth wäre es nöthig gewesen, auf Ozar Nechmad I, S. 10 hinzuweisen, wo es heisst, dass Reggio ebenfalls ein Ms. von מדרש רות אחר besessen habe, während in der Besprechung des Midrasch Eehah Brüll’s Name nicht hätte unerwähnt bleiben dürfen, dessen Jahrbücher (VI 100 und VII 278) Herr Baber bei Niederscbreibung von § 13 vcn p. XVII des Mabo wahrscheinlich benutzt hat. Noch schlimmer womöglich steht es mit Herrn Bub er’s Bearbeitung .des Textes. Wie die meisten Aschkenasim schreibt auch unser Copist fast immer plene wie שיד ,אילו ,עיצה ,מיטה ,תחילה ,מיכאן. Herr Buber giebt die gewöhnliche Orthographie, ohne auch nur mit einem Worte auf die von ihm vorgenommene Veränderung aufmerksam zu machen. So schreibt auch unser Copist ,הנייד und לישבע, wofür Herr Buber להשבע und הנאה giebt, wodurch die Individualität des Ms. für den Leser ganz verloren geht. Herr Buber geht aber noch weiter und nimmt Correcturen im Texte vor, ohne dieselben etwa durch Klammern anzudeuten, oder in .den Noten darauf hinzurveisen. Dieselben werden in der Agadath Schir :ha-Schirim allein etwa auf 100 sich belaufen. Hier nur ein paar Beispiele: 36*

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