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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-01-01 · Heft 11 · p. Seite 520

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 11
Article
Der Ursprung der Gemeinde Kremsier
Date
1895-01-01
Page
Seite 520 (sequence 8)
Language
German
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520 Besprechungen. kannte, ein Kabbiner von Kremsier nach Nürnberg berufen wurde. Denn trotz der schlechten Oommunication haben bekanntlich die stark reducirten und in alle Welttheile zerstreuten Glaubensbrüder mit einander beständig Fühlung unterhalten. Kam doch noch später ein Namensbruder und Yerwandter R. IsraeFs als Rabbiner von Brünn nach Regensburg (1445). Wurde doch um diese Zeit zum hiesigen Rabbiner Jakob Reenschs aus Nürnberg gewählt,' dessen Wittwe Rahel, die Tochter des Phöbus, ihr Heirathsgut, 100 Ducaten, bei R. Chajjim Rappe in Mestre bei Venedig, diesem berühmten Vertreter der Familie Rappaport in Italien, länger als 8 Jahre auf Zinsen liegen hatte, bis am 1. Juni 1467 der Rath von Nürnberg auf die Bitte ihres Vaters die Rückgabe des Wittwengeides bewirkte. (Vgl. Kaufmann in der Revue des etudes juives, XXI, 291.) Es fanden demnach schon damals wechselseitige freundschaftliehe und wahrscheinlich auch geschäftliche Beziehungen zwischen beiden Gemeinden statt. Immerhin muss der Ruf Kremsiers als der einer intelligenten Gemeinde, in deren Mitte be־ deutende, gelehrte Männer lebten, um 1400 schon in weite Ferne gedrungen sein. Genug, wir sehen, dass zu Beginne des 15. Jahrhunderts hier ein Rabbinat, eine Synagoge und sonstige religiöse Institutionen vorhanden waren, die zu dem Schlüsse berechtigen, dass die damals wohl organisirte Gemeinde schon eine längere Vergangenheit hinter sich gehabt hat. Besprechungen. Baumann, Dr. Yictor, Hebräische Relativsätze. Ein Beitrag zur vergleichenden Syntax der semitischen Sprachen. Leipzig, 1894. Otto Harrassowitz. Die umsichtige und gründliche Monographie untersucht das Wesen der an der Spitze von Relativsätzen stehenden hebräischen Relativwörter (זה ,ןן, אשר), sowie die verschiedenen Arten der Anknüpfung und Bildung dieser Sätze, durchweg im Zusammenhang mit den entsprechenden Erscheinungen der anderen semitischen Sprachen. Im Arabischen und im Hebräischen wird übereinstimmend das Relativwort nur im Fall der Determinirtheifc des vorangehenden Substantivs (durch den Artikel, Genitiv oder Suffix) gesetzt, wogegen bei unbestimmtem Substantiv der Relativsatz ohne ein Relativwort angekniäpft zu werden pfiegt. Im Arabischen ist diese Unterscheidung zwar consequenter als im Hebräischen durebgeführt, aber überwiegend herrscht auch im Hebräischen dieser Gebrauch. Die TJebereinstimmung beider Sprachen erweist ein

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