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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-01-01 · Heft 8 · p. Seite 384

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 8
Article
[Rezension]
Date
1895-01-01
Page
Seite 384 (sequence 6)
Language
German
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384 Besprechungen. Anführung des Decrets Theodorichs vom Jahre 495 zufällig verschrieben hat. Dieses lautet nämlich an der von Gedike angeführten Stelle wörtlieh wie folgt: ״Quia a fide descivisti, caput tibi resecetur. Si enim Deo fidem sinceram non servasti, quomodo mihi, qui homo sum, conscientiam sanam praestabis?“ Ueber Biberfeld’s Arbeit äussert sich der Verfasser (S. 15, Anm. 8, vgl. S. 6, Anm. 1): ״Biberfeld hat davon (nämlich von Gedike’s Mittheilungen) einen Nachdruck geliefert, der leider nicht ganz fehlerfrei ist “ Das erweckt den Anschein, als ob der Leistung Biberfeld’s jede Selbstständigkeit abgesprochen werden müsste. In Wahrheit hat jedoch Biberfeld von gedrucktem Material nahezu Alles herbeigeschafft, was zum. Verständniss und zur näheren Begriindung der Angaben Gedike’s nöthig war, und Neustadt hat nur hin und wieder einige unwesentliche Kleinigkeiten hinzugefügt und berichtigt. Bei der Mittheilung der Inschrift auf dem Grabstein Steblicki’s bemerkt er (S. 11, Anm. 7): ,,Ein Abdruck im Jahrbuch für 1892 (S. 57, Anm. 1) *. Ich zweifle, ob Jemand aus dieser Aeusserung erkennen kann, dass ich der Erste war — eine Thatsache, auf die ich mir übrigens nicht das Mindeste zu Gute thue, die aber wahr ist — der diese Inschrift veröffentlicht hat1). Dieser geringe Grad von Anerkennung für die Leistungen Anderer wird höchstens noch übertroffen von dem Mangel an Sach- Verständigkeit, der zu Tage tritt, sobald der Verfasser das Gebiet speciell jüdischer Dinge behandelt. Als Quelle für den Ausspruch R. Chelbo’s über die Proselyten (S. 1) war weder Jeb. 47 b oder 109b noch Niddah 13b, sondern einfach Kidd. 70b zu citiren. S. 12 wird קס״ן mit 557 übersetzt, und auf derselben Seite der erste Tag des Schlussfestes (ש״ע) mit dem letzten des Hüttenfestes (הו״ר) verwechselt. Es bedurfte keinerlei scharfsinniger Vermuthungen (S. 19), um festzustelleu, dass מהורד״ו auf dem Titelblatt der Broschüre אהבת הגרים David Samoscz sei. Diese Thatsache ist seit netto fünfzig Jahren im Ltbl. d. Or. (VI, 353 f.), wo allerdings mancherlei zu berichtigen ist, gedruckt zu lesen, und, um den Geburts- und Sterbetag des soeben genannten Schriftstellers zu ermitteln, brauchte man weder ungenau unterrichtete Zeugen zu vernehmen noch lange Rechnungen anzustellen, sondern nur auf Steinschneider, C. B., Add., col. CXXV und Zunz, Monatstage, S. 23, höchstens auch noch auf Roest, Cat., Anh. No. 1846 hinzuweisen. Allein genug an diesen Beispielen, die wir auf dem Wege von dem ״Geisteshelden Onkelos, dem wir den Targum verdanken“ (S, 2), bis zum ״Nikolaier Rabbiner Samuel Zülz“ (S. 19) — fast fürchte ich, dass der Verfasser hier über das landläufige Epitheton הרבני gestolpert ist — reichlich um das Doppelte vermehren könnten. Im Interesse der Wissenschaft möchten wir jedoch wünschen, dass der Verfasser, bevor er wieder unser Gebiet betritt, erst nach Gebühr die goldenen Worte Ben Asai’s u. R. Eleasar b. Schammua’s (Aboth, VI, 3. 15.) gründlich beherzigen lerne. 5. April 1895. ״ Dr. M. Brann. 1) Vgl. S. 383. Anm. 1. Weitere Beispiele übergehe ich, da sie nur mich betreffen. —■ Uebrigens ist zu ״Anhang III, Sage und Legende“ (Neustadt, S. 19 f.) noch nachzutragen die Notiz bei L. Geiger, Gesch. d. Juden in Berlin, TI., 14-3f. Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt.

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