Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-01-01 · Heft 8 · p. Seite 351

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 8
Article
Nathanael Trabot über die Behandlung der Gebete in der Composition
Date
1895-01-01
Page
Seite 351 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829668-2829677-2879187--26433-2879215
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nathanael Trabot über die Gebete in der Composition. 351 eia ganz besonderes Augenmerk gewidmet. In den unerschöpfliclien Sammelbänden von Gutachten, Briefen und Urkunden italienischer Rabbiner, die sein hingebender Eleiss zusammengebracht hat, nehmen die litterarischen Denkwürdigkeiten der Rabbiner aus dem Hause Trabot eine wichtige Stelle ein. Yor Allem war seine liebevolle Aufmerksamkeit Allem zugewendet, was von seinem grossen Lehrer und Yorgänger im Rabbinate von Modena, seinem Gliedcousin, dem Yetter seines Yaters Mardochai, Nathanael b. Benjamin Trabot1), herrührte. Dieser Sprosse der Ramilie Trabot, dem neben hoher Gelehr־ samkeit eine machtvolle Persönlichkeit verliehen war, hatte sterbend seine Hände auf Graziano gelegt und der Gemeinde Modena ihn zu seinem Nachfolger empfohlen2). Diese Conti־ nuität in der Wirksamkeit benutzte der Sammeleifer des Schülers, alle schriftlichen Aeusserungen seines Lehrers im Original oder in Abschriften, die er selbst anfertigte und mit kostbaren geschichtlichen Aufklärungen ausstattete, in seinen Besitz zu bringen. Einem dieser Gutachtenbände, die heute meiner Handschriftensammlung angehören, entnehme ich das Responsum, das uns einen Einblick in die Kämpfe um die Einführung eines künstlerisch geregelten synagogalen Gesanges in Italien eröffnet. In der Selbstverständlichkeit, die alles Gewordene auf Erden zur Schau trägt, werden die Yorgänge, die sein Werden befördert oder gehemmt haben, zumeist übersehen; es fehlt auch nur zu oft an den Urkunden, aus denen die Entstehung geschichtlicher Erscheinungen abgelesen werden könnte. Auch der kunstmässige Gesang innerhalb des jüdisehen Gottesdienstes hat seine Geschichte; er hat sich nicht von selber eingestellt, es ist dafür gerungen und gestritten worden; er war einst so gut eine Neuerung, bekämpft und angegriffen, wie so viele Einrichtungen, die nach erfochtener Berechtigung die Zweifel, die bei ihrer Entstehung geherrscht haben, in Vergessenheit bringen. Um so werthvoller ist jedes Zeugniss, das uns Kunde von solch vergessenen Kämpfen giebt. 1) Das verwandtschaftliche Yerliältniss der beiden Männer habe ich hier zum ersten Male richtig festgestellt. Zunz, Monatstage 60 macht Graziano zum ״Enkel“ Nathanael Trabot’s; Schiller - Szinessy, Catalogue of . . . Cambridge 97 n. 1 leugnet jede Verwandtschaft zwischen Beiden; Mortara 65 מזכרת חכמי אטיאליא n. 8 nennt Graziano Trabot’s pronipote; Jona, in Revue des etudes juives IV, 114 kennt nur im Allgemeinen eine Beziehung zwischen den Familien Trabot und Graziano. 2) S. Berliner-Hoff mann, Magazin 14 (1887) אוצר טוב, p. 19.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.