Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die Juden in China
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 327 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829668-2829676-2879118--26399-2879169- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Juden in China. Von P. G. von Möllendorff. Man liat Juden in China nur in Kcai-fung-fu, der Hauptstadt der Provinz Honan, gefunden, wo sie der Jesuit Aleni 1613 zuerst sah. Noch verschiedene Male sind sie dort von katholischen Missionären besucht worden, aber Keiner von diesen besass die nöthigen Kenntnisse, um zuverlässige Angaben zu erforschen. Was die ältere Litteratur über die Juden berichtet, ist oft zusammengestellt worden1). Danach bildeten die Juden in Kcai-fung-fu noch im vorigen Jahrhundert eine Gemeinde von 500—600 Mitgliedern und besassen eine Synagoge. Von den Chinesen wurden sie mit den Muhammedanern verwechselt, welch Letztere chinesisch huei״huei heissen (Günzburg schreibt י(האייי׳׳ד.אד.יי und dies mag der Grund sein, dass weder die amtliche Beschreibung der Provinz Honan (Ho-nan-scheng-tschy) noch die der Stadt Kcai-fung-fu ihrer erwähnen. Die Missionäre geben an, die Juden seien in den Regierungsjahren Yung-pcing (58—76 n.) der Han-Dynastie aus Persien gekommen, und ihre Sprache enthalte viele persische Wörter; zur Zeit des Kaisers Hsiau-tsung (1163—1190) hätten sich 70 jüdische Familien in Kai-fung-fu niedergelassen. Im Jahre 1850 wurde eine Deputation chinesischer Christen auf Veranlassung der Londoner Gesellschaft für die Verbreitung des Christenthums unter den Juden nach ICai-fung-fu geschickt. Dieser Besuch ist im Chinese Repository, vol. XX (1851), p. 436—466 und vervollständigt von A. Wylie in J. Summers, The Chinese and Japanese Repository, vol. I (1863) p. 13—22 und 43—53 beschrieben worden. Es gelang den Sendboten, einige Handschriften zu erwerben, von denen eine Thorarolle in Hongkong aufbewahrt wird, die anderen (7 Handschriften: ,,Theile des Alten Testaments auf dickem Papier, in Seide ge-!) In den Lettres Edifiantes, von de Guignes u. s. w., s. die Bibliograpkien; auch in M. H. Günzburg’s דביר, Warschau, 1883, Bd. I. p. 76—82.