Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die Privilegien der jüdischen Gemeinde in Kremsier
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 326 (sequence 18)
- Language
- German
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326 Die Privilegien Kremsiers. zu Verhüttung aller Unberuhigung diese Yerwechsslnng Ein- und anderer Theils nothwendig geschehen müssen, wodurch weder Juden noch Christen etwass, ausser ein, und anderen Lähren Platzes, zugewachsen, also, dass niemand sich liier־• wieder Jetzt, und in das Künftige und zu Ewigen Zeiten zu beschweren Ursach hat. Also und damit es das künftig, und zu ewigen Zeiten diese ׳nützliche Abwechsslung und Ersetzung oberwähnter hieinen Eiecken, seine Beständigkeit erreiche, Thun wir alles dieses von fürstlicher Ob macht wegen, solcher gestalten Beste ttigen und Confirmieren, dass weder Christen, noch Juden dessentwegen gegeneinander, der geringsten Zuspruch in Ewigkeit nit mehr haben, und führen sollen, und zwar bei Straff ״Hundert Duggaten in Specie“ in die fürstlichen Rendten So oft Ein- oder anderer Theill in das künftig, und zu ewigen Zeiten einigen Zuspruch, Forderung, wie es Nahmen haben mag, gegen einander führen, und Setzen würde. Zur Urkundt dessen haben Wir uns eigenhändig unterschrieben und Unserer Hof-Canzlei grösseres Insiegel aufhängen lassen. So geschehen und geben in Unserer Residenz Stadt Crembsier im Anderten Decembris anno 16891). Carl. 1) Das Gemeindeaxchiv bewahrt sowohl das Original dieser Urkunde auf als auch die Copie von folgender im Denkbuche der Stadt Kremsier, S.54, enthaltenen Abschrift ״Versicherung nebst einem hochfürstl. Decret wegen der denen Juden cedirten Plätzl von Ihren Häusern in der Marchgasse“: ״Wir Bürgermeister und Rath der Hochfürstl. Residenz Stadt Kremsier thun knnd und zu wissen hiermit vor jedermänniglichen . . . dass von dem hochwürdigst hochgeborenen Fürsten und Herrn Herrn Carl Bischoffen zu Ollmütz u. s. w. dass ein Decret, de dato Kremsier, d. 22ten dieses Monats Februari, wegen der im Jahre 1680 anfangend von den Pfarr-Kirchhof an bis an die Stadtmauer, neu aufgeführten Schiedmauer, auf eigen Unkosten köehstgedacht Ihiex Hochfürstl. Gnaden zwischen der hiesigen Judenschafft und etlich an die Judengassen alda stossenden christen-Häusern, und einige denen Juden wegen Ausgleichung von gedachten Christen-Häusern cedirten, und denen Christen bezahlte Plätze mit Beischluss in Copia der hierüber denen Juden gnädigst ertheilden hochfürstl. Confirmation nächstens zugestellt, und solches gnädigst verordneter massen, gehörigen Orts eingeschrieben und einverleiht worden. Darüber diese Recognition ertbeilt wird. In Urkund unseres und der Gemeinde Stadt wissentlich hier vorgedruckten Insiegels. So geschehen Kremsier, d. 8. Febr. 1690.“ (Fortsetzung folgt.)