Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die Privilegien der jüdischen Gemeinde in Kremsier
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 325 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2829132-2829668-2829676-2879117--26396-2879167- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Die Privilegien der jüdischen Gemeinde in Kremsier. 325 ain ynnd zwanzigsten Monats tag Juny nach Christi Yiiseres Herrn vnndt Seligmachers genadenreiehen Geburt im ainTausend Sechs Hundert Siben vnndt fünfzigsten. Jahre. Leopold Wilhelm. Ad mandatuni Serenissimi ac Keuerendissimi Domini Archiducis Episcopi Olmucensis proprium. Der Nachfolger Leop. Wilhelms, der grösste Wohlthäter der Stadt, der menschenfreundliche Bischof Karl v. Lichtenstein, bestätigte nicht lange nach seinem Eegierungsantritt am 31. August 1665 die von seinem Yorgänger verliehenen Rechte in ihrem ganzen Umfange. Nebst vielen andern Gunstbezeugungen, wie der Bestellung eines Arztes, der Juden und Christen für billiges Honorar behandeln müsse, der Gewährung eines Darlehens von 1500 fl. zu dem noch heute bestehenden, ein ftirstl. Wappen tragenden Gemeindehause, der pachtweisen Ueberlassung der Herrschaft Chropin an Juden, liess er auf eigene Kosten eine Mauer zwischen der Judengasse und Christenstadt aufführen, wie folgendes Privileg besagt: Wir Carl von Gottes gnaden Bischoff zu Olmütz, Hertzog des heil. Röm. Reichs Fürst der königl. Böheimischen Capellen und von Lichten stein Graff cet. . . Bekennen öffentlich mit diesem Brieff für Uns unt unsere Nachkommende an dem Hochstüfft Olmütz, Und thun kliundt Jedermänniglichen, dass demnach Wtir wegen öfters entstandenen Unvernehmen und Irrungen, ob der an einander situirten Christen und Juden Häusser in Unsser allhiesigen Residenz Stadt Crembsier, und anderen erheblichen Ursachen, der nottdurft zu sein Befunden, Selbte Voneinander zu unterscheiden, und abzutheilen, Auch solche absonderung in anno 1680 würklichen Vollziehen, und gedachte Juden von denen Christen, Von dem Ktirchhoff unserer Lieben Frauen au biss an die Stadt Mauer gegen dem Wasser Thor mit einer auf Unsere eigenen Unkosten geführten kostbahren Mauer Separiren Lassen, worbei es aber anderst mit sein können, als dass wegen der Christlichen mit deren Jüdischen Vermischten Gründen eine Ausswechslung, und respective Ablösung mit etwas wenigen gelder geschehen müssen. Wann nun gar ein weniges von denen Christlichen Lähren Plätzen, worauf keine neue Häusser zu Bauthen, auch sonsten einiger Nutzen davon zu erheben gewessen, sondern bloss und allein ums bester Einigkeit und Vernehmens willen,