Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die Privilegien der jüdischen Gemeinde in Kremsier
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 310 (sequence 2)
- Language
- German
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310 Die Privilegien der jüdischen Gemeinde in Kremsier. samkeit. Die an Ueberfluss gewöhnten Bischöfe Hessen ihre Bedürfnisse durch Juden besorgen und er öffneten ihnen stets neue Erwerbs- und Hahrungsquellen, so dass diese bei ihrer Arbeitsamkeit und Sparsamkeit in kurzer Zeit sich Vermögen sammelten, wofür sie sich auch ihrem Schutzherrn dankbar erwiesen. Im Jahre 1399 liehen die Eheleute Lazer und dessen Gattin Sara dem Bischof Johann X. (Mraz) 30 Mk. Prager Groschen zur Auslösung der Burg Hochwald unter besonderen Begünstigungen für sie. (Undatierte Urkunde im erzb. Archiv, vgl. Wolni, Topographie Mährens, Bd. 2, S. 83.) Erühzeitig haben die Juden die "Wege und Mittel zur Sicher- Stellung ihres Lebens, von denen sie noch oft Gebrauch machen sollten, gefunden. Aber nicht bloss zu Hause zogen sie aus dem heimatlicher^ fruchtbaren Boden erspriesslichen Ertrag, sondern auch in der Fremde schafften und erwarben sie Schätze und Reichthiimer. Von hier aus unternahmen sie weite Reisen, wie z. B. nach Breslau, Leipzig, Linz und Krems, wohin ihnen die Bischöfe Eörderungsbriefe mitgaben, wie dies z. B. aus folgendem Geleitschein1) zu entnehmen ist: My Wylvm z Bozy milosti Biskup Olomuczkv . . . Wyznawame Timto lystem Przedewssemv, ze sau na Nas wewssy Ponizenosti wznesly Moyzyss a Ysayass Zyde Poddany nassy z Kromierzyze vkazatele lystu tohoto Kterakby do kniezetstvi slezkych Pohandlych a Zywnosti swvch geti vminilij wtom nas za tento ffedrowni Ivst poniewadz zde z daru Pana Boha dobre a. nenakazene powietrzy gest prosycze; Protoz was wssech wübecz zadame ze gim wtom przekasky czynyti nebudete a nedopustite, Nybrz nastalalyby gim toho potrzeba radiegy ffedrowati budete. Tomu na Swiedomi Sekreth nass wlastny ktomuto lystu Sme przytisknuti dalj. Gencz jest psan a dan na zamsku nassem Kromierzyzy w Autery den swateho Ondrzege Letha Panie 1568. Das heisst auf Deutsch: Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Bischof von Olmütz, thun durch diesen Brief männiglich kund, dass sich Moses und Isaias, unsere unterthänigen Juden von Kremsier, die Vorzeiger dieses Briefes, in aller Unterthänigkeit an uns gewendet haben, mit der Bitte um diesen Empfehlungsbrief, weil sie in der Angelegenheit ihres Gewerbes und Handels נ) Die Abschrift des Originals verdanke ich Herrn Prof. Lechner, die Uebersetzung Herrn Prof. Kraliöek.