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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-01-01 · Heft 7 · p. Seite 309

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 7
Article
Der älteste jüdische Friedhof Ungarns
Date
1895-01-01
Page
Seite 309 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Die Privilegien der jüdischen Gemeinde in Kremsier. 309 Ofens bis zur letzten Vertreibung der Juden aus der Stadt im Jahre 1746 sind von der Erdoberfläche verschwunden; selbst die Stätte, wo ein Mann, wie der am 3. Juni 1678 verstorbene K. Ephraim Cohen1) zur ewigen Euhe gebettet ward, ist vergessen und verloren. Wie wunderbar wäre es da, wenn wir, dem Wink des neuen Fundes dankbar folgend, durch Grabungen in der jetzt mit Sicherheit blossgelegten Spur vielleicht dazu gelangten, gerade den ältesten jüdischen Friedhof Ungarns, als Friedhof aus der Arpadenzeit an sich schon ein Denkmal ehrwürdigster Art, aus der Versenkung heraufzuzaubern und Namen in die jüdische Geschichte Ungarns einzuzeichnen, die wie aus dem Jenseits über die Kluft von sechs Jahrhunderten zu uns herübertönen werden. Vielleicht bescheert der Spaten hier dem Gesclüchtsforscher einen Beitrag zur Milleuniumsfeier Ungarns, wie ihn die kühnste Combination oder Ahnung nicht zu liefern ver- 1110cht hätte2). Die Privilegien der jüdischen Gemeinde in Kremsier. Von. Dr. Adolf Frankl-Grün. Das verhältnissmässig leidliche Asyl, welches die Juden in Kremsier, dem mährischen Jerusalem, unter dem Schatten der Kirche fanden, dürfte manche Glaubensbrüder dorthin gelockt haben, welche aus Furcht vor dem wahnbethörten Pöbel, der sie für den schwarzen Tod (1348) verantwortlich machte, ihre Heimat verlassen mussten. Besonders aber mochten die Olmützer Juden, welche von den unduldsamen, durch die Hetzreden Capistrans aufgestachelten Bürgern bald in die Vorstadt, bald ganz verwiesen wurden (1454), sich in die nahe bischöfliche Sommerresidenz geflüchtet haben. Begünstigt durch das Wohlwollen des Bischofs, der den jüdischen Unterthanen nicht bloss Leben, sondern auch Lebensunterhalt gewährte, fanden sie hier ein gedeihliches Feld zur Betliätigung ihres Fleisses und ihrer weisen Spar- 1) Kaufmann, Die letzte Erstürmung Ofens, p. 26. 2) Die hier besprochenen drei Grabstein-Fragmente hat der ursprüngliche Besitzer, Herr Bier mann, auf meine Veranlassung dem ungarischen Nationalmuseum geschenkt, wo sie seither bereits Aufstellung gefunden haben.

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