Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-01-01 · Heft 5 · p. Seite 230

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
39 (1894-1895)
Issue
Heft 5
Article
Johann Peter Spaeth (Moses Germanus), der Proselyt
Date
1895-01-01
Page
Seite 230 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829668-2829674-2878988--26270-2879041
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

230 Zur Geschichte der jüdisclien Buchdruckerei in Dyhernfurth. Jesu erscheint ihra durchaus unglaubwürdig•*). Er nennt sic eine ״Ovidianische Metamorphose“ und sucht ■sich die Entstehung dieses Glaubens auf zweifache Weise zu erklären. Einmal aus der Einbildung der Menschen. Prau Petersen hatte ihm einst gestanden, ihr Sohn sei ohne Zuthun eines Mannes geboren. Denselben Glauben, meint er, wird auch Maria von sich gehabt und verbreitet haben. — Sodann hatten die Griechen und Römer, unter denen sich vorzugsweise das Christenthum verbreitete, die Gewohnheit, ihre Götzen wie Gott zu benennen. So hat ,,das römische Thier“ auch Jesus zum Gotte gemacht ■— nach der Prophezeihung Daniels (11, 38), dass es seinen Abgott Mausim oder Jesum verehren werde2). — Die übrigen Wunder des N. T. erklärt sich Spaeth aus den Erfahrungen der Gegenwart. ״Ich erbiete mich,“ sagt er in seinem Sendschreiben, ״die ganze Passions- und Apostelge-־ schichte aus dem Leipziger Pietistenprotokoll und anderen particulären Briefen zu belegen.“ 1 Schluss folgt.) ג) a. a. 0., S. 195. 2) ״Merket diesen Ort mit Schrecken,“ fügt Spaeth hinzu: Sendschreiben, S. 8. Zur Geschichte der jüdischen Buchdruckerei in Dyhernfurth und des jüdischen Buchhandels. Von Dr. J. liandsberger. ' (Schluss.); Wohl von der Last der Jahre gedrückt1), fühlte sich Joseph Sabbatai Ende 1752 bewogen, seine gesammte Habe an seine ״Tochter Esther Beril, Buchdruckerin zu Dyhernfurth 1J In der 1. Passung der Consign. d. J. 1742 (1. c. f. 122 a) wird das damalige Alter des Jos. Sabb. auf 70 Jahre angegeben; genauer wird er wohl in der 2. Passung (ib. f. 173b) als 72jährig bezeichnet; er hatte also 1752/3 mindestens ein Alter von 80 Jahren erreicht, was auch aus anderen Indicien zu entnehmen ist. In unseren Quellen geschieht seiner bald als Dyhernfurth er, bald als Prager Jude Erwähnung; Prag wird wohl als seine Geburtsstadt angesehen werden können, während Dyhernf. sein früherer Wohnort war. In dieser Beziehung heisst es von ihm (ib. f. 122 a): ״hier (d. h. in Breslau) 52 Jahre gewohnt, ... ist nach Dyhernfurth gezogen, ist wieder Jahre lang hier.“ Dem im Text erwähnten Abkommen gemäss dürfte er nunmehr wieder nach Dyhernfurth übergesiedelt sein, weshalb aus dem Pehlen seines Namens in der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.