Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Thargumim zur Thorahlection am 7. Pesach- und 1. Schabuoth-Tage
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 206 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2829132-2829668-2829674-2878986--26243-2879017- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
206 Die Thargumim zur Thoralection. der That richtig ist. Nur darf man nicht etwa annekmen, dass Derjenige, welcher die Auszüge gemacht hat, auch philo״ logisch genau zu Werke gegangen sei und sämmtliche Divergenzen notirt habe. Das ist nicht der Fall, sondern er liess die ungefähr gleich lautenden Stellen weg und notirte nur die starken Abweichungen. Einige Beispiele mögen das Gesagte beweisen: Das Fragment zu 13, 19 lautet in C. V.: בשבעה אשבע ית בני ישראל למימר ברחמוי טבייא• 0. P. aber übersetzt den Yers: ואסיק משה ית גרמוי דיופף עימיה ארוס משבע׳ נאשבע] יוסף בחיר יתבני ישראל למימר מדבר ידבר ה׳ יתכון ברחמוי טביא ותסקון ית גרמיי מן הבא עימכון und Onkeios: ,ואסיק משה ית גרמי יוסר עמיה ארי אומאד אומי ית בני ישראל למימר מדבר ידבר ה׳ יתכון ותסקון ית גרמי מבא עמכון• Das Fragment zu 13, 20 lautet in 0. V.: דאית בסייפי מדברה■ c. p. übersetzt den Yers: ונטלו מפכות ושרו באיתם דבסיפוי דמדברא und Onkeios: ונטלו מסכות ושרו באתם בסטר מדברא• Diese beiden Beispiele, welche noch bedeutend vermehrt werden könnten, mögen genügen. Nun könnte man aber hier vielleicht den Ein wand erheben wollen, dass doch die Uebersetzung des Dekalog im C. P. mehrfach von der des Onkeios abweicht und im Fragmententhargum gleichwohl keine Varianten verzeichnet sind. Allein dem ist entgegenzuhalten, dass die im C. P. vorliegende Uebersetzung zum Dekalog, wie bereits angedeutet ist, nicht die ursprüngliche jeriisalemische sein kann, da sie sich als von Onkeios und Pseudojonathan abhängig erweist. Ja, sie ist höchst wahrscheinlich erst entstanden, als die Auszüge des Fragmententhargum bereits existirten. Es lässt sich daher nur annehmen, dass entweder zu der Zeit, wo das Fragmentemhargum entstand, eine jeriisalemische Uebersetzung des Dekalog nicht mehr bekannt war, oder aber dass dieselbe im Wesentlichen mit der des Onkeios übereinstimmte. Es ist nun selbstverständlich, dass die Ergebnisse dieser Untersuchung nur auf die beiden hier behandelten Abschnitte bezogen werden sollen; ob dieselben auch auf den übrigen Theil der Pentateuchthargumim zutreffen, das zu untersuchen möchte ich mir für eine spätere Untersuchung Vorbehalten.