Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Vertretung der jüdischen Wissenschaft an den Universitäten
- Date
- 1895-01-01
- Page
- 145 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Vertretung der jüdischen Wissenschaft an den Universitäten. Yon Prof. Dr. David Kaufmann. Unter dem stolzen Titel: ״documents de paleographie hebraique et arabe“ bat Prof. Adalbert Merx bei E. S. Brill in Leyden 1894 ein Heft in Folio erscheinen lassen, von dem er sich ganz besonders die Feststellung eines neuen Ductus, des ägyptischen, in der hebräischen Hand*״ und Inschriftenkünde zu versprechen scheint. Der Titel erregt Bedenken. Bis auf einen wenige Worte in arabischer Schrift enthaltenden Papyrusfetzen, den die letzte der dem Buche beigegebenen sieben Tafeln vorlegt, enthält es nämlich nur hebräische Schriftproben in hebräischer oder arabischer Sprache. Diese sind aber so wenig ein Beitrag zur arabischen Paläographie, als etwa die Vorlegung deutscher Urkunden in jüdischer Schrift als Beitrag zur deutschen Paläographie bezeichnet werden dürfte. Doch wäre es unbillig, über den Titel sich aufzuhalten, wenn nur der Inhalt, wie man es hier nach dem Hamen des Herausgebers und bei dem so geringen Umfang des behandelten Stoffes erwarten muss, gediegene Belehrung bietet. Herr Prof. Merx hat, wie er p. 10 erzählt, bei einem Juden aus dem Jemen drei aus den Jahren 1115, 1127 und 1164 stammende Urkunden des rabbinischen Gerichtshofes in Alt-Kairo gefunden, die ihn offenbar zur Herausgabe des ganzen Buches gedrängt haben. So dankbar aber auch jede Bereicherung der Kunde unserer hebräischen Schriftgeschichte und der alten Sprachdenkmäler zu begrüssen ist, so durfte dennoch gerade der Fund rabbinischer Urkunden aus Fostat den Kundigen am wenigsten überraschen. Die Genisoth alter ägyptischer Synagogen haben in der letzten Zeit Schätze neuer Fragmente rabbinischer Litteratur und Urkunden in Fülle herauszugeben angefangen. Oxford hat da wieder den reichsten und glücklichsten Zug gethan. Ebenso besitzt die Sammlung des Erzherzogs Rainer in Wien kostbare Stücke aus diesen Beständen, die zum Theil bereits in künstlerischer Nachbildung veröffent- Monatsschrift. 39. Jahrgang. 10