Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Privilegien der Juden in Lieben
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Privilegien der Juden in Lieben. Von Moritz Popper. Das Städtchen Lieben, an der Moldau unterhalb Prag gelegen, besitzt seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar eine Judengemeinde. Die Juden ־waren dem Besitzer der Domäne, dem Grafen Nostiz, unterthan. 1111 Jahre 1661 häuft die Prager Stadtgemeinde die Domäne; in diesem Jahre befinden sich daselbst zwölf Judenchaluppen (Häuschen); die Schutzgelder, welche die Juden alljährlich zu entrichten haben, betragen 150 Schock meissn., ferner zahlen die Juden für ein der Obrigkeit gehöriges Haus, welches sie miethsweise benützen, 25 Sch. 42 gr. 6 dG). Das Privilegium * 2) lautet: Ich, Johann Hartwig Graf von Nostitz u. s. w. thue kund u. s. w. Demnach die unter meinem Schutze auf meiner Herrschaft Lieben an der Moldau im Königreich Böhmen verbleibende und wohnende Juden mich zum öfftern in gebührlichem Gehorsam bittlich angelangt, bewendet, sie wie auch ihre nachkommenden Juden also zu vorsehen, damit sie bei ihrer Wohnung und Nahrung auf gedachter meiner Herrschaft Lieben sowohl jetzo unter Meiner und der Meinigen als auch künftighin Meinen Erben und Erbnehmern und dieser Herrschaft Lieben Dachkommenden Inhabern nicht allein sicher und ruhig verbleiben, sondern auch in allen ihren Angelegenheiten wider männigliche Yerhindernisse und Eintrag in obrigkeitlichen Schutz und Schirm erhalten werden möchten, solche ihre inständige und billigmässige Bitte ich ihnen Y01 weigern können (sic), sondern ihnen kraft dieses meines offenen Briefes und Privilegien vor mich und meine Erben und Erbnehmer so jetzige und künftige Juden allda zu Lieben wie auch ingleichen ihre Nachkommen nachfolgender Gestalt befreien, begaben und ג) Kaufvertrag im Prager Stadtarchiv lib. rec. mem. III. 2) Abschrift im Prager Stadtarchiv 132. Die Abschrift trägt in hebräischer Cursivschrift den Vermerk: אבשריפט פאן דען ליבכארר פראווליגום גראף גאסטיץ ד!אף קאנצלער. (sic) ן&