Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Erklärung zweier Mischnastellen
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 17)
- Language
- German
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Ein Targum der Amidah. 79 sind daher geneigt mit Friedmann (z. St. § 171, Note 4) anzunehmen, dass der Midrasch E. Ismaels ursprünglich im Sifre auf Lev. XVIII, 21 bezogen wurde. Danach fehlt aber freilich die אוהרה für מלך und es muss für diese . . לא ימצא בך eintreten. Die Sifrestelle würde demgemäss, mit Zuhilfenahme der La. des Midr. haTgadol folgendermassen emendirt werden müssen: ד״א לא ימצא.... לפי שהוא אומר ומזרעך לא תתן להעביר שמענו (sc. למלך ר׳ ושמעאל אומר זה הבועל ארמית... עונש(למלך אזהרה לא שמענו ת״ל לא ימצא בך מעביר .. Diese Textcorruption ist aber vielleicht keine zufällige. Wir halten es durchaus nicht für ausgeschlossen, dass hier in später Zeit mit Eücksicht auf das Verbot der Mischna Meg. IV, 10 eine ab sichtliehe Aenderung vorgenommen worden sei. Ebenso wahrscheinlich ist es, dass der Midrasch E. Ismaels ursprünglich auch im Sifra angeführt war und später aus demselben Grunde unterdrückt wurde. In dieser Vermuthung werden wir dadurch bestärkt, dass die Stelle Mal. II, 11 —15, die, wie wir oben nachgewiesen haben, zu der Deutung E. Ismaels in so enger Beziehung steht, im Sifra zu Lev. XVIII, 2 eben dieser Beziehung gemäss, ausführlich gedeutet wird. . Florenz, 23. Mai 1894. Ein Targum der Amidah. Vou Dr. M. Gaster. י Der Text, den ich hier zum ersten Mal veröffentliche, ist durchaus ein Unicum. Bisher kannte man nur Targumim zu biblischen Texten. Dass aber auch .Gebete mit einem Targum versehen worden seien, ist bis jetzt von Niemandem geahnt worden. Die Tragweite dieser Entdeckung lässt sich kaum ermessen. Von aramäischen *Gebeten haben sich bekanntlich nur sehr wenige, erhalten. Mit Ausnahme des Kaddisch und des Jekum Purkan im Aschkenasischen Siddur sind nur Fragmente von solchen Gebeten auf uns gekommen, wie das Gebet für Kranke oder für Wöchnerinnen und die zwei Verse im Seder ha-Jom, welche eigentlich das Targum der Keduscha bilden. Von den Eeschut an Schebuoth und von der Haphtara an Pessach sehe ich hier ab, da das poetische Stücke sind, die mit der Liturgie doch nur in losem Zusammenhänge stehen.