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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 11 · p. Seite 513

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 11
Article
Die Zunz'sche Bibel
Date
1894-01-01
Page
Seite 513 (sequence 10)
Language
German
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Die Zunz’sche Bibel. 513 Vorworte weiss. Allein gerade dies verdiente keinen Tadel, wie wir sogleich sehen werden. 8. Es ging nämlich gar nicht an, der jüdischen Glaubensgenussensehaft eine deutsche Bibel zu schaffen, ohne dass der massoretische Text zu Grunde gelegt wurde. Eine Ueber- Setzung ohne gelehrten Apparat und ohne textkritische Anmerkungen, die den! Unternehmen eine ganz andere unpraktische Gestalt gegeben hätten, durfte selbstverständlich nicht einem abgeänderten Texte folgen, der dem Benutzer derselben nicht vorlag. Nur der in Aller Händen befindliche massoretische Text durfte als bekannt und als verfügbar vorausgesetzt werden. Arnheim und Sachs wollten überhaupt von Abänderungen dös überlieferten Textes nichts wissen 1). Aber auch Zunz, der ein ausnahmeloses Festhalten an der Massorah sonst tadelteצ), entschied sich aus dem angegebenen praktischen Grunde für den strengen Anschluss dieser Bibelübersetzung an die Massorah und das vorliegende Accentsystem. So sehen wir Zunz mit Weisheit und liebreichem Eingeheli auf das Bedürfniss seiner Zeit, auf die Meinung und die Leistungen seiner gelehrten Mitarbeiter mit gewohnter Hingebung, Arbeitslust und Treue, seinem anderweitig bewährten Wesen und Charakter gemäss, auch an dieser Geistesschöpfung vortrefflich und segensreich wirken. Seine leitende Thäiigkeit bei der harmonischen Gestaltung dieser Bibelübersetzung hat wesentlich dazu beigetragen, dass dieselbe mit Freuden begrüsst, gern in den Kreis der Familie aufgenommen, gern von Lehrenden und Lernenden benutzt ward. Die Zunz’sche Bibel darf ein Volksbuch im besten Sinne des Wortes genannt werden. Sie hat ihre Beliebtheit, ihren vortrefflichen Buf, ihren vorzüglichen Nutzen bis jetzt, bis zum hundertjährigen Geburtstage des verewigten Dr. Zunz, behauptet und wird sie noch lange behaupten. Zunz hat Grosses geschaffen und sich dadurch ein unsterbliches Andenken unter seinen Mitmenschen und insbesondere unter seinen Glaubensgenossen gesichert. Aber vor all seinen zahlreichen und bedeutenden Schriften und Werken hat die Zunz’sche Bibel Eines voraus: den glänzenden äusseren 1) Arnhei 11, Das Buch loh, Vorwort S. VII; Zunz, Beurtheilung von »Sachs׳ Psalmenübersetzung, Ges. Schriften, III, S. 117. — 2) Zunz a. a. 0. S. 118. Monatsschrift. 38. Jahrgang. 38

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