Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 11
- Article
- R. Löb Zunz
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 501 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829654-2829666-2878652--25896-2878687- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
R Löb Zunz. 501 letzten Yiertel des siebzehnten Jahrhunderts, ein Rabbiner Namens Mose Jizchak Jehuda Loeb das Rabbdnat in Hollesehau und ganz ebenso wiejunser R. Löb Zunz nachmals in Pinczew bekleidet hat. Und um das Maass der Auffälligkeit yoII zu machen, lernen wir aus der Approbation zu R. Jacob Temerls kabbalistischem Buche auch noch-׳um die gleiche Zeit R. Jehuda Liwa, dessen Schüler, als Rabbiner *von Holleschau kennen. Dass es, nehmen wir einen Augenblick an, unmittelbar nacheinander drei Rabbiner in Ho Ile sch au gegeben haben soll, die alle den Namen Jehuda geführt haben, ist an sich schon nicht eben wahrscheinlich. Dass aber, wie wir es you den zwei zuerst Genannten wissen, zwei Rabbiner nach einander you Holleschau gerade nach Pinczew gekommen sein sollen, macht die Uebereinstimmung der gleichnamigen Persönlichkeiten gar schon ein wenig bedenklich. Und vollends unglaublich erscheint es, dass mm gar noch zwei dieser Jehuda, was wir wiederum von den beiden letzten dieser Männer nach wessen können, aus Frankfurt am Main ge- stammt haben und beide gerade nach Holleschau als* Rabbiner berufen worden sein sollen. Ich habe die Thatsachen absichtlich ohne' die quellenmässigen~Belege schlank und dürr wie die Vordersätze eines logischen' Schlusses nebeneinandergestellt, um die Folgerung wie von selber in die Augen springen zu lassen, welche die so weit auseinanderliegenden litterarischen Nachweise bisher verhindert haben, dass am Ende in diesen drei Jehuda mit den wie absichtlich schillernden und bunten Namensformen Eine und dieselbe Persönlichkeit uns gegenübertritt, die wir uns bloss als Eine zu erkennen entschliessen müssen, um alle Angaben in vollkommener Uebereinstimmung ohne Widerspruch zu überschauen. Und nunmehr gelange ich, ohne Furcht, bei dieser historischen Comprimirung etwa geschichtliches Leben erdrückt zu haben, zu dem statt dreier Schatten lebensvoll uns wiedergegebenen R. Löb Zunz. Das Rückgrat meiner Beweisführung ist die Thatsache, dass Alexander b. Naftali aus Frankfurt am Main im Jahre 1672 (im Cheschwan 5433) für seinen Bruder R. Jehuda Loeb von Holleschau cod. 718 Oxford erworben hat. Nun war aber R. Mose Jizchak Jehuda Löb, der Rabbiner von . Holleschau, wie wir aus seiner Montag, den 8. Tammus 1679, zu Pinczew ertheilten Approbation zu dem Werke des Rabbiners von Aussee in Mähren, R. Mose b. Isachar aus .הולך בדרך תמים 9