Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 479 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2829132-2829654-2829665-2878581--25865-2878640- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Besprechungen. 479 verwandelt worden. Das Heft schliesst mit neuen Mittlieilungeii über die Ereignisse des Jahres 1768, Es wird nach einer unbekannten Wilnaer Ausg. vom Jahre 1815 der in jüd.־ deutschem Jargon abgefasste מאמר חרב גאגטע angedruckt (S. 67—79), darauf folgen Notizen aus אגודת אזוב und שער המלך und endlich eine auf den Märtyrer jenes Jahres gehaltene Trauerrede von Abr. Meir ha-Levi Epstein, betit. דבר אברהם. Das Ganze ist jedenfalls ein sehr dankenswerther Beitrag zur Geschichte der Juden in Polen und Russland. ■ M. Brann. ברייתא דמעשי בראשית כתבה בלשון ם ו רבות ערזלאי בר ברגלאו. וצאת לאור בפעם הראשוגה עם הערות ופרושים מאת אלועזר גולדשמודט. סטרטיסבורגו תרעד. Baraita demasse bereschit. h. e. Mundi intra sex dies creationis narratio, quam aramaice scripsit Arzelai'bar Bargelai, nunc primum e codice antiqui־s3imo edidit, illustravit praefationemque addidit Lazarus Goldschmidt. Argentorati, MDCCCXC1Y. In der Vorrede erzählt Goldschmidt, dass er die von ihm edirte Schrift in einem aus Aegypten, stammenden Codex entdeckt habe. Die Entzifferung habe ihn unsägliche Mühe gekostet, da das Manuscript verstümmelt und unleserlich gewesen sei. Er habe nun nach langem Dorschen gefunden, dass die Baraita keine Uebersetzung des griechischen Hexaemeron sei, vielmehr enthalte sie die Kosmologie der alten Kabbinen, und sei schon im Talmud (Chagiga 13a) als. מעשה בראשות (nicht מעשי בראשית) erwähnt. Die Sprache sei der der Peschittho ähnlich, nur mit!Fremdwörtern untermischt. Den Namen Arzilai bar Bargelai finde Goldschmidt sonst nirgends, auch die Gelehrten, welche er zu Käthe gezogen, wüssten nichts von einem solchen Namen. Nach diesen, in vollem Ernste vorgetragenen Angaben erwartet den Leser der Schrift eine unliebsame Ueberraschung. Man erkennt sogleich, dass hier nichts Anderes als eine von Goldschmidt verfertigte Uebersetzung des von Trumpp edirten und übersetzten aethiopischen Hexaemeron des Pseudo-Epiplianius vorliegt, freilich mit Weglassung der ausgesprochen christologischen Stellen. Wir haben es demnach mit einer Mystification zu thun. Da in dem Namen ערזלאי בר ברגלאי der Name Goldschmidt’s steckt (אליעזר בר גבריאל), SO könnte man die Sache vielleicht als einen Scherz betrachten. In diesem Ealle wäre die Publication freilich ein sehr schlechter Spass, der in der Litteratur durchaus nicht geduldet werden darf. Was Goldschmidt über das Verhältniss seiner Baraita (des Hexaemeron) zu der alten rabbinisclien Literatur sagt, ist vollständig aus der Luft gegriffen. Die Kosmologie des Hexaemeron widerspricht in vielen Punkten den Ansichten der Kabbinen, so z. B. die Schöpfung der Engel am ersten Tage; die Schöpfung und der Fall des schönen Engels, d. i. des Satan (S. 30); die Identificirung der Schlange mit Satan (48); die Namen der Engel 2הרתיאל ,(1צרקיאל) und 14) (3ענכאל) kommen bei den Kabbinen . 0 .צדליאל kommt .mir bei den späteren Kabbalisten vor. 2) Vgl. Revue des.Etudes juives XXV, '125. Soliar I, 256a hat einen טהי״ט״האל. 3) Er ist im Hexaemeron unter Anderem auch über Bäume und ■Pflanzen'■eingesetzt. Rasiel 4a (ed. Amsterdam kennt einen Engel ענאל, welcher einer der Fürsten ist. דשליטין על זרעא ך ארעא. Auf dem ophitischen Diagramma war ein Erzengel Onoel verzeichnet C 011 genes cont.־׳Celsum VI, 30). Henoch 6; 7 und 69, 2 heisst ein gefallener Engel AnaneL In. der rabbinisclien Literatur kommt'ein Engel-dieses Namens nicht vor. ': ׳