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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 9 · p. Seite 418

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 9
Article
Beiträge zur Geschichte der Juden in Prag
Date
1894-01-01
Page
Seite 418 (sequence 5)
Language
German
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418 Beiträge zur Geschichte der Juden in Prag. sequenter wäre wohl billig gewesen, gleich hei an fangenden Kriegs-Troublen diesen nachfolgenden Bann hierüber zu geben, und zu divulgiren: Das Impediment aber wäre, dass im Königreich Böheim einen Bann zu geben nicht erlaubt seye. Da nun aber von einer Hochgnädigen Obrigkeit in hohen Gnaden die Erlaubniss hierzu erhalten worden: Dahero thuen wir, als der Prager Jüdischen Gemeinde Ober-Rabiner, Eltesten und Gemeinde-Eltesten, Ober- und Unter-Juristen in dasiger grossen Versammlung in der heiligen und forchtsamen Synagog, der sogenannten Alt-Neu-Schul, mit Nehnrung aus dem Schrein der heil. 10 Gebot GOttes oder Thora, mit Blasen des Horns und Auslöschung der Lichter mit dem grossen Bann, Eyd und Bund, welchen Moses mit denen Israeliten wegen Empfang der Thora auf dem Berg Grizim und Berg Hebal geschlossen hat, gebieten, dass sich keiner, er seye, wer er immer seve, Mann, Weib, Jung, Student, oder Jungfer, es seye ans der allhiesig-Jüdischen Gemeinde, oder auch aus der Landesjudenschaft, oder sonsten ausländischen Jaden, die sich dermalen im Lande befinden möchten, unterfangen solle, das allergeringste widriges wider Ihro Kaiserl. Königl. Majestät, Unser Allergnädigste Landes- Fürstin und Frau Frau Maria Theresia, oder wider Höchst- Dero Herzgeliebtesten Ehegemahl, Unsern Allergnädigsten Kaiser, und Herrn Herrn, oder wider das ganze Erz-Haus Oesterreich, dann Höchst-Dero Ministern, und Räthen, oder auch wider Höchst-Dero Generalität und Kriegs-Macht, in was Gestalten es immer seyn kan, es seye durch sich Selbsten, oder durch seinen Beorderten zu thun oder vorzunehmen. Und ins Besondere gebietet man in Kraft obigen grossen forchtsamen Bann, dass sich keiner für einen Spion gebrauchen lassen solle, weder dem Feind das allermindeste, was Ihro Kaiserl. Königl. Majestät, Unser Allergnädigsten Landes-Fürstin Selbsten, oder Höchst Dero Kriegs-Macht nachtheilig seyn könte, Münd- oder Schriftlich zu verrathen, weder dem Feind und dessen Kriegs-Völkern einige Hülfe zu leisten, weder auch denenseihen was zuzubringen, oder auch in puncto Negotii zu dem feindlichen Lager sich zu begeben. Ingleichen auch gebieten wir in Kraft obgedachten scharfen Bannes auch demjenigen, welcher eine wahre Wissenschaft auf Einen oder Eine von unserer Nation, der oder die sich zu einem von all obigen Punkten gebrauchen hat lassen oder sich annoch gebrauchen lasset, dass der oder dieselbe schuldig und gehalten seyn, denjenigen Ubertretter bey Einer Hochlöbl. Obrigkeit anzuzeigen,

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