Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die im Midrasch ha-gadol enthaltenen Perikopen-Gedichte
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 391 (sequence 5)
- Language
- German
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Die im Midrasch ha-gadol enthaltenen Perikopen-Gedichte. 391 kope vorausschickt. Strophenbau und Zeilenzahl sind nicht immer gleich. Gewöhnlich zerfällt das Gedicht in zwei, je durch einen inserirten Schriftvers geschiedene Theile, die aber wiederum öfters ungleichartig sind an Zeilenzahl. Darin ־״ stimmen jedoch die Gedichte unter sich überein, dass der Schlusssatz der letzten ״*Zeile, welche manchmal das zweite Strophenglied, manchmal eine, beide Hemistiche umfassende, selbstständige Untersatzlinie bildet, gleichzeitig den Beginn der Perikope eröffnet und zur haggadischen Deutung benutzt wird 1). Diese stets mit מרשות beginnenden * 2) Gedichte sind wohl in allen HSS. des Midrasch ha-gadol vorhanden, da nicht nur das Ms.Oxford (cod. Opp. Add. 4° 124a, b, c, d; siehe S. Scltechter’s Einl. zu Abpth de B. Nathan S. XY; Neubauer’s Catalogue ׳* of.the Hebrew Mss. in the Bodlaian Lib., No 2338 p. 814—815), sowie Ms. Berlin (Cod. Or. 1204—1208) und mein eigenes (Deinards) Exemplar, sondern auch die in San Francisco, Cali-״־״ fornien, im Besitze des Millionärs Herrn A. Sutro, befindlichen HSS. des Midr. ha-gadol die in Rede stehenden Gedichte, mit nur geringen Yarianten, enthalten. Diese zu sammeln und kritisch beleuchtet zu ediren, ist Zweck dieser Zeilen, die hoffentlich Herrn S. Schechters Yorstudien zu seiner, von der Gelehrtenwelt so sehnlichst erwarteten Ausgabe des Midrasch ha-gadol zu fördern geeignet sein dürften. Ehe wir die Gedichte folgen lassen, wollen wir in Kürze über das uns verfügbare handschriftliche Quellen material in .Nachstehendem Aufschluss geben. Unter anderen werthvollen, aber engherzigerweise der Benutzung entzogenen HSS., die HerrA. Sutro in San Francisco, Cal., während seiner Orientreise (im Jahre 1883) in Yemen erworben hat, befinden sich in San Francisco ausser vielen losen Blättern des Midr. ha-gadol, nicht weniger denn zwanzig ganze Copieen von diesem hochwichtigen Midrasch, die mein sei. Schwiegervater, HerrDr. S. Bettelheim, damals Rabbiner in jener Stadt, geordnet נ) Die Sehlusszeile des Gedichtes zu בראשית» nämlich: ,כלתוב בד אמר האל ירי בורא השמים, eröffnet z. B. die Perikope בראשית mit demselben Yers, der dann gedeutet wird: זה שאמר הכתוב בה אמר האל ירי וגר מה הדל האל י״וי ד׳א או׳ עד שלא כר. 2) In meinem Ms. ist öfters die mit מרשות beginnende erste Zeile vom Copisten aus kalligraphischen Rücksichten auf zwei Zeilen vertheilt, wodurch eine Zeilenverschiebung der Gedichte eintrat, s. weiter unten in den Anmerkungen.