Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die im Midrasch ha-gadol enthaltenen Perikopen-Gedichte
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 388 (sequence 2)
- Language
- German
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388 Die in Midrasch ha-gadol enthaltenen Perikopen-Gedichte. reichhaltigen Materials den hinlänglichen Beweis dafür erbracht, dass die Gelehrten Yemens schon im 13. und 14. Jahr־־ hundert sich mit Halacha, Haggada, und BeligionsphiloSophie emsig befasst haben. Eine bei "W eitern noch reichhaltigere Fülle beweiskräftigen Materials ersckliesst uns Eethanael Ibn Jeschaja’s ,,Nur Alzuim“, exegetisch-homiletischen und religionsphilosophischen Inhalts, dessen Erforschung uns gegenwärtig beschäftigt und bald*) die-Presse verlassen dürfte,. Hinsichtlich der hymnologischen, so wie überhaupt der poetanisehen Leistungen der südarabischen Juden giebt uns das Ritual von Y einen den besten Maassstab an die Hand, da die dortige Gebetordnung Stücke enthält (wie z. B. die mit מרן überschriebenen, worüber ein anderes Mal), die von unleugbarem poetischem Werthe sind. Aber auch die lyrische Poesie, von cler uns der Reisende Jacob Safir ha-Levi eine dankenswerthe Probe gegeben hat 1), könnte noch so manche erkleckliehe Ausbeute finden, wenn erst die in Temen noch vorhandenen lind auch die noch vom Staub europäischer Bibliotheken bedeckten HSS. uns zugänglich gemacht werden würden. Hoffen wir, dass die unermüdlichen.;Schachtgräber wenigstens die Makamen des Tobias* 2) und Sacharia b. Saadia ben Jacob 5s fünfundvierzig Makamen3 *) bald aus den Tiefen der Vergessenheit hervorholen werden. Einen nicht zu verschmähenden Beitrag zur Temensischen lyrischen Poesie liefern uns nun die poetischen Ergüsse, denen wir ab und zu in aus Temen stammenden Mss. begegnen und mit deren Einstreuung die betreffenden Autoren den schwerfälligen Gang ihrer ernsten Diction beschwingen wollten.; *) Der Artikel ist im Januar geschrieben. Inzwischen ist die Ab- Handlung über ״Nur Alzulm(C im April c. erschienen. Br. ב) Siehe über שירי מארי סאלם אלשיבזי in אבן ספיר I, 82b. ff. Daselbst S. 84b ff. ist zu lesen ein Akrostichon auf den Namen מוסף בן ישראל. S. 85 a Zeile 15 von unten muss הקיף (anstatt תקיף) gelesen werden, wodurch sich die bekannte Abbreviatur תכצב״ה ergiebt. S. 85b zeigt sich uns das Akrostichon משתא אלשבוי אתר, שלום« so auch S. 86 a, Daselbst ein anderes Akrostichon משלם בן יוסף. Dies Alles scheint Ibn Safir entgangen zu sein. 2) Eine Strophe ist in Dr. Steinschneiders Hebr. Bibi. XIX,. 131, Anm. 2, und eine andere in desselben Hebr. HSS. der X, Bibi, zu Berlin, S. 78, mitgetheilt׳. Das im ersten Citat nach jeder (Schluss־) Zeile stehende פז ist durch das in Ibn Safir, 1. c., S. 82 a Gesagte erklärlieh. Verfehlt aber ist die Etymologie des Wortes פומון. 3) Vgl. über dessen ספר המוסר Dr. Ne ab au er’s Catal. of the H. Mss. in the Bodleian Libr. S. 841, No. 2397. Das., ist auch die Abfassungs״ zeit ersichtlich; vgl. auch N.’s Artikel in Jew. Qu. R. III, 617—618.