Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Beiträge zur Geschichte der Juden in Prag
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 379 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829654-2829663-2878432--25731-2878488- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Besprechungen. 379 keinerlei Vorwand auf keinerlei ausged achte Weise aufgenommen werden sollte — es sei denn, dass wir, unsere Erben oder künftigen böhmischen Könige wissentlich einwilligen und unser königl. Geleite insonderheit dieser Person oder diesen Personen zu geben geruhen sollten — und dies unter Yerlust und Verfall dieses unseres Geleites3). Urkund dessen etc. (Schluss folgt.) ג) Im April 1542 waren bekanntlich die Juden auf Beschluss der Stände bis auf fünfzehn Familien aus Böhmen vertrieben worden. Snemy ceskd (Böhmische Landtagsbeschlüsse), I., 541. Mit den hier ahgedruckten kaiserlichen Erlassen hängt zweifellos das Verzeichniss der Prager Juden zusammen, welches Gr. Wolf im 1. Bd. der Zeitscb. f. d. Gesell, d. Jud. in Deutsch!, mitgetheilt hat. Besprechungen. Hartmann, Martin. Die hebräische Yerskunst nach dem metek sSfätajim des Immanuel Frances und anderen Werken jüdischer Metriker. Berlin^ Calvary, 1894. YIII und 100 SS. 80. Herr M. Hartmann hat 1893, denn in diesem Jahre ist die hebräische Prosodie des Immanuel Frances ed. H. Brody מתק שפתים zur Ansgäbe gelangt, zum ersten Male, wie er p. 82 selbst erklärt, ״Proben“ hebräischer Poesie gelesen. Neujahr 1894 beschenkt er uns bereits mit diesen Prolegomena, welche auf die so lange entbehrte wissenschaftliche Ableitung der hebräischen aus der arabischen Metrik voxbereiten sollen. Was hier verheissei! wird, ist ein wirkliches Bedürfniss unserer Wissenschaft. Klarheit über die Grundgesetze der hebräischen Metrik, deren Mangel noch immer so viele Bearbeiter mittelalterlicher hebräischer Gedichte zum Schaden ihrer Texte vermissen lassen, hätte längst Gemeingut aller derer werden müssen, welche an die Herausgabe oder Bearbeitung solcher Texte sich heranwagen. Eine schlichte Darstellung der durch ehrliche Forschung und vergleichende Beobachtung gewonnenen Ergebnisse durfte daher von vornherein dankbarer Aufnahme bei allen Pflegern dieses Gebietes sicher sein; die Abrechnung mit den Vorgängern ist hier ein völlig zweckloses Unternehmen. Wer wird die Meister der hebräischen Grammatik vom Standpunkte unserer vergleichenden. Sprachforschung aus abhören und lächerlich machen wollen, um am Schlüsse mit Samuel auszurufen: Sind das die Knäblein alle! Jedenfalls wird man fordern dürfen, dass derjenige, der zu dieser Heerschau sich aufgelegt fühlt, zumal wenn er überflüssiger Weise die Jugend seiner Erkenntniss hervorhebt, sich dazu auch sattsam berufen erweise. Oder sollte auch in der Wissenschaft der Fluch kein Ende nehmen, dass über jüdische Dinge jeder Unberufene mitreden zu dürfen glaubt und die Vorbereitung, die sonst zu öffentlichem Hervortreten auf jedem Wissensgebiete gefordert wird, hier sich erlassen zu können glaubt? Ich halte es einfach für ausgeschlossen, dass in irgend einer