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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 8 · p. Seite 356

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 8
Article
Die Tossafisten als Methodologen
Date
1894-01-01
Page
Seite 356 (sequence 14)
Language
German
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356 Die Tossafisten als Methodologen. Talle ist die Schriftstelle nur ein äusserlicher Beweis (גלוי 1 (מילתא•). § 60. Die Wortanalogie (ג׳'ש) kann, auch wenn kein Wort dazu frei ist, aus der gleichen Anzahl der Worte an beiden Stellen hergeleitet werden1 2). § 61. R. Tarn nimmt an, dass die Anzahl der Wortanalogien bei den Tarmaim traditionell feststand3). § 62. Wenn die Gemara fragt, wo eine Norm in der Schrift begründet sei (ÜMY,2Ö oder |מנא ל), und darauf einen Schriftvers anführt, so ist dieser nicht immer als wirkliche Quelle anzusehen, welche die Norm zu einer biblischen macht, sondern* oft ist die Schriftstelle nichts als eine An־ lehnung und die Norm eine rabbinische4). . § 63. Die Gemara fragt nur dann nach dem Grunde einer scheinbar überflüssigen, weil aus andern herzuleitenden Schriftnorm, wenn sie die Nothwendigkeit nach weisen kann. Ist dies-nicht der Fall, so unterlässt sie die Frage5 *). § 64. ״ Es werden zuweilen Schriftverse mit der Einleitung: Rabbi N. sagte, ' angeführt, was soviel heisst, als: der genannte Autor pflegte diese Schriftstelle im Munde zu führen, oder ihr diese Anwendung zu geben ß). § 65. Die Gemara zieht zuweilen für dieselbe Norm an verschiedenen Stellen verschiedene Schriftverse als Belege an 7). § 66. Weil die Gemara Normen, welche die Praxis bereits gefestigt hatte, auf die Schrift zurückzuführen sucht, nimmt sie zuweilen, besonders in hypothetischen Fragen, an, dass eine Norm ausser der von ihr angeführten noch eine andere biblische Quelle habe, obgleich nirgends im Talmud darauf hingewiesen wird8)־ § 67. Wenn die Gemara eine von einer Schriftstelle gegen die Meinung eines Autors hergeleitete Frage dahin beantwortet, dass derselbe diese Belegstelle nicht deute, sei es nun, dass dies durch לא דריש לי׳ oder durch לא משמע לי׳ ausgedrückt wird, so meint sie nicht, dass der betreffende Autor diese Schriftstelle überhaupt von jeder Deutung für 1) Chull. 131a. גמר. 2) Bab. inez, 41b. חדא II. 3) Sabb. 97 a, גורה. 4) Joma 4 a. 77 ,נכנסו a. דתכן, Bab. mez. 89 b. כי, Chull. 117 a. .אמר י•) Sanhedr. 83 b, ומכול. 6) Ket. 22 b. •משום 0׳ Scheb. 31 a. ורואה. 8) Joma 49 b. שאני, Bab. k. 77 b. .ור, Chull. 78 b. זה•

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