Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Der Grabstein von Heinrich Heine's Grossmutter, Sarla von Geldern, gest. am 3. Januar 1779 in Düsseldorf
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 333 (sequence 2)
- Language
- German
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Bei־ Grabstein von Heinrich Heine’s Grossmutter. 333 zu geben, was die geheimnissvolleu, vom Herausgeber unterstrichenen und ob ihrer widerhaarigen Unverständlichkeit auch unübersetzt gelassenen Worte hätte auf hellen können. Der im December 1884 bei Erdaushebnngen in Düsseldorf aufgefundene Grabstein war nicht etwa zertrümmert oder auch nur verletzt, so dass an eine Beschädigung und falsche Her- Stellung der so unheilbar zerrütteten Stelle zu denken gewesen wäre, vielmehr war Alles bis auf Punkte und Abkürzungs- Zeichen auf den einzelnen Buchstaben von tadelloser Erhaltung.» Was besagen mitten unter so vollkommen klaren Angaben in dem vergleichsweise so jungen und unversehrt auf uns gekommenen Grabstein die dunklen Räthselworte, die wie ein erratischer Block mitten in der Ebene die Neugierde herausfordern und den Zusammenhang unterbrechen? Durch die Freundschaft des Sanitätsraths Dr. S. Neumann in Berlin habe ich das Denkmal in einer vortrefflichen Originalphotographie vor mir, die sein Neffe, Herr Regierungsbaumeister Hermann Weisstein, angefertigt hat. Eine sorgfaltige Betrachtung der Inschrift, die hier mit der geriefelten Oberfläche des Steines in allen Th eilen genau erkennbar ist, hat mir nun, wie ich hoffe, den Schlüssel zur Lösung dieses kleinen Räthsels geliefert. Mit der Erkenntniss, dass statt des allen Den tun gs versuchen Hohn sprechenden בחמישתו einfach בהמישתה zu lesen sei, ist der letzte Anstoss, der hier der Uebersetzung entgegenstand, aus dem Wege geräumt. Statt zu sagen, dass Sarla am Sabbath gestorben und Sonntag begraben worden ist, unterbricht sich der Dichter der Inschritt, der bei der ersten und einzigen Anwandlung dichterischer Freiheit so arg vorn Steinmetz bestraft erscheint, und ruft ein Ach! der Freude angesichts des morgenden Tages, der die himmlische Mahlzeit der herbeibringt, die ihrer so würdig gewesen. Man braucht sich nur der herrlichen An- Wendung zu erinnern, die Bibelverse, welche von morgen sprechen, im Sinne einer lichten Erfüllung im Jenseits bei Predigern und Dichtern in Midrasch und Poesie finden, um die lapidare Gewalt dieses halb erstickten Ausrufs zu empfinden. Nur als auf ein geläufiges Beispiel will ich hier auf den schlagenden und beredten Gebrauch hinweiseil, den Joel b. Isaac 11a־Lewi aus Bonn in dem Busslied אל אלוה דלפה עיני zum Rüsttag des Neujahrs von 1. Mos. 30, 33: כיום מהר כי הבא על שכרי gemacht hat. Denkt man nun vollends an das alte vielverbreitete Bild vom Jenseits als einer Gasttafel der Frommen (s. Aruch s. v. סעודה), so bringt uns die knappe