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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 7 · p. Seite 319

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 7
Article
Das zweite Martyrium von Neuss
Date
1894-01-01
Page
Seite 319 (sequence 2)
Language
German
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Das zweite Martyrium von Neuss. 319 aufgetaucht und bereits acht Jahre ]) später in Deutschland verbreitet. V011 da an fand das Märchen immer wieder Tausende von Gläubigen. In Zeiten religiöser Aufregung wurden, :namentlich die Fasteiiwocheii. die alljährlich die Erinnerung an den Tod Jesu in den Genuithern der Christen lebendig machten, für die Juden verhaugnissvoll. Solche schwere Tage erlebten die Gemeinden von Mainz, Speyer, Strassburg, Worms und Würzburg im Frühjahr 1188 2), als auf die Kunde vom Fall Jerusalems der dritte Kreuzzug geplant wurde. Damals wusste Kaiser Friedrich I. mit starker Hand die drohende Gefahr von ihnen abzuhalten. Anders im Frühjahr 11953), als sich abermals die Kreuzfahrer sammelten, um Heinrich VI. in’s gelobte Land zu folgen. zu dem genannten Gedenkt!ucli zu unterscheiden: a) S. 66 bis zur Unterschritt aut S. 72 (etwa 1191 geschrieben); b) S. 72 bis zur Unterschrift S. 74 (etwa 1197 geschrieben) nnd c) S. 74 bis zum Schluss der kurze Anhang über die Ereignisse von Speyer nnd Boppard. 9 Die Datirung R. Ephraims aus Bonn (4940 ד״א תתק״ם) a. a. 0., S. 69, steht mit derjenigen R. Menachems aus Worms, des Neffen seiner Schwägerin (5— אלול תתקמ״ט. August bis 9. Sept. 1179) in der Seiicha אללי לי כיי באו רגע (Kobez al Jad, III, Seliclioth, S. 6) nicht notliwendig in Widerspruch, da die letzten vier Monate des Jahres 1179 fast ganz in das Jahr 4940 fallen und die im Elul begonnenen Gräuel wahrscheinlich bis tief in das Jahr 4940 hinein gedauert haben werden. Dass der Dichter ״zu Uebertreibungen neige“ (Aronius, Reg. zur Gesch. d. Juden im fränkischen und deutschen Reich, No. 311) ist eine völlig aus der Luft gegriffene Beschuldigung, wie denn überhaupt die abfälligen Urtheile über die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit hoch angesehener Männer, wie R. Simeons des Grossen, R. Meirs v. Rothenburg u. A. , (Reg. No. 144, 405, vgl. 413), im höchsten Grade hefremdlich sind, zumal wenn man sieht, dass z. B. selbst die seichtesten Schwätzereinen des Heist er ha eher Mönches, über den kein Geringerer als Wattenbach urtheilt, dass ״man immer von Neuem über die ausserordentliche Leichtgläubigkeit des Mannes erstaunen müsse und von manchem bedenklichen Element in seinen Geschichten unheimlich he• rührt werde“, als werthvolle und vertrauenswürdige Nachrichten (man vgl. z. B. Reg. 359, 366, 376, 417, 418) berücksichtigt werden. 2) Vgl. den (gleichzeitigen?) Bezieht des R. Eleasar b. Jehuda aus Worms Quellen II, 76 ff. Daselbst S. 76, letzte Zeile, ist das fehlende Datum (wie ich bereits Jahrg. 37> S. 286, bemerkt habe) nicht der 24. Kislew, sondern vielmehr Freitag, der 28. Schebat — 29. Januar 1188. S. 77, zi. 18 v. 0. heisst בתתקמ״ח באדר ד,שד nicht: ,,am 2. Adar 948 — 2. Eebr. 1188“ (wie Baer, S. 216, übersetzt), sondern vielmehr: ״im Monat Adar 11 2. bis 30. März 1188“. — Von dems. Ereigniss handelt R. Ephraim v. Bonn in einer Notiz (S. 73), die er, wie die Angabe.fi ועדיין ירושלים יכל ד,ארץ ד,ד,יא ביד מלך ישמעאל זד, חבש שנים ע ת beweist, im Jahre 1192 niedergeschrieben hat. n) So ist die Angabe R. Ephraims von Bonn am Schluss des dritten Nachtrags (S. 74 f), der das Ereigniss in das Jahr תתקלו bringt,

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