Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die beiden Systeme der hebräischen Vocal- und Accentzeichen
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 318 (sequence 8)
- Language
- German
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318 Das zweite Martyrium von Neuss. Mahapach sind dieselben wie im palästinensischen System und stehen gleichfalls unter den Buchstaben. Das Sof-pasuk, ein senkrechter, vollständig trennender Strich, der ursprünglich zwischen 2 Versen stand, und später, uni die Äccentsilbe zu bezeichnen, unter den Buchstaben gesetzt wurde, behauptete diesen Platz auch im babylonischen I System, um Verwechslung mit dem Vocal u (א) zu vermeiden. Athnach, wie ein Keil in die Mitte des Verses hineingeschoben, nur eine theilweise Trennung andeutend, behielt dieselbe Form, wurde aber über den Buchstaben gesetzt. Wären die babylonischen Zeichen die älteren, so würde athnach V die umgekehrte Form gehabt haben (א). — Was auch immer das Motiv der besonderen Formen der palästinensischen Accente sein mag, sie sind von den beiden Systemen das ältere1), während für die Vocalzeichen das umgekehrte Vorhäitniss sieb heraus stellt. ג) Vgl. Wiclces, עמי כ״א&> und Biichler, Entstehung und Ent- Wickelung der Accente. Das zweite Martyrium von Neuss. V011 Di*. M. Brann. Der ״deutsche Kreuzziig“, den Flein rieh VI. in Aussicht nahm, als er auf der Höhe seiner Macht stand, erweckte von Neuem die religiösen Leidenschaften gegen die Bekenner des Unglaubens, die in. unmittelbarer Nähe der* frommen Wallfahrer wohnten. Wiederum waren es, wie vor hundert Jahren, die Juden am Rheine, denen der krankhaft überreizte Glaubenselfer blutige Opfer auferlegte. In Speyer, Boppard, Worms und Neuss fielen, damals zahlreiche Glaubenszeugen, meist unter der grundlosen Anschuldigung, unschuldige Christen ermordet zu haben. Der grausige Irrwahn von dem angeblichen Vergnügen der Juden an Christenmord war zuerst in Frankreich 1171 l) x) Vergl. das Rundschreiben des R. Jacob Tarn (Quellen zur Gesch. d. Juden in Deutschi. II, 32) und den ersten Nachtrag zum Gedenkhuch des R. Ephraim b. Jacob (das. 66 f). Es sind nämlich mit Leichtigkeit drei zu verschiedenen Zeiten niedergeschriebene Nachträge