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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 6 · p. Seite 275

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 6
Article
Die Folgen des österreichischen Erbfolgekrieges für die Juden Kremsiers
Date
1894-01-01
Page
Seite 275 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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Die Folgen des österreichischen Erbfolgekrieges. 275 und Nikolsburg besetzt hatten, schickte er dieses Patent nach Boskowitz, von wo es trotz des Sabbaths zwei entschlossene Männer, Jes. Donath und Jak. Koppel■1), über Rausmitz zu Pferde nach Nikols bürg beförderten. Diese dort verspätet (18. März) angelangte Nachricht rief in der Gemeinde grosse Bestürzung hervor. Um zunächst Zeit zu gewinnen, wurde beschlossen, in einem Gesuche dem Commandanten darzulegen, dass bei der schlechten Communication, wegen welcher er selbst ja das Patent auf Umwegen nach Nikolsburg schicken musste, die Frist zur Herbeischaffung solch einer hohen Summe zu kurz sei, und im Vertrauen auf die Kaiserin ihn zu bewegen, den Zahlungstermin um zwei Wochen zu verlängern. Wegen der Unsicherheit der Kaiserstrasse wurden zwei Boten mit diesem Memorial auf verschiedenen Landwegen nach Brünn geschickt. Beide jedoch wurden aufgefangen und misshandelt und kamen unverrichteter Sache zurück. 111 dieser Bedrängniss blieb ihnen kein anderer Ausweg übrig, als sich an die ein״ flussreichen Hofagenten in Wien um ihre vieivermögende Für״ spräche bei der Kaiserin Maria Theresia zu wenden; es waren dies der Baron Moses de Aguilar, der Karl VI. wesentliche Staatsdienste geleistet hatte, und der Landrabbiner Berusch Eskeles, der zu angesehenen, der Regierung nahestehenden Personen Beziehungen hatte. Auf Wunsch des Letzteren wurden drei von der städtischen Behörde und der Ortsgeist״ lichkeit bestätigte Atteste mittelst Estaffetten nach Wien gesandt־, dass namentlich die Jaden gleich den an der Contribution betheiligten Christen zwangsweise dem preussischen Heere die geforderten Lebensmittel lieferten, dass es unwahr sei, dass die Juden in Göding zwei Husaren getödtethätten und dass die Bekenner der mosaischen Religion in ihrer Liebe und Treue zur Kaiserin lind in der Anhänglichkeit an das Vaterland Andersgläubigen nicht nachstehen. Den Bemühungen Beider gelang es, das drohende Unheil für den Augenblick von ihren Glaubensgenossen abzuwenden und den Erlass der In dem 1711 erneuerten Statuten!»liehe der Boskowitzer Chewra] (ג התחדשות אלופי גבאים דד־ן׳יק Kadischa findet sich die folgende Eintragung t בש״פ תק״דל ה״ה האלוף המרומם הר״ר ישעי׳ ברי״ז והתורני המרומם מהור״ר מרדכי בהרב מהור״ר שלמה העלישוי והתורני הר״ר קאפל טריביטש כאמן דקהלתנו Die Unterschriften der hier im Jahre 1744 als Vorsteher der frommen Brüderschaft uns begegnenden zwei beherzten Männer Jesaja Boskowits und Koppel Trebitsch lauten: ד.ק׳ ישעי׳ באסקורק und יעקב הקטן קאפל בר״ל בר״ן ץ,,ל. Koppel Trebitsch (מטריבטש) war schon 1711 im Vorstande der Chewra, der das Statutenbuch erneuern liess. Kaufmann.] 18*

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