Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Einiges zur Kalenderkunde
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 268 (sequence 2)
- Language
- German
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268 Einiges zur Kalenderkunde. ohne Zuhilfenahme von Tabellen veröffentlicht. Bekannt lieh gehört die Umrechnung von Zeitangaben des jüdischen Kalenders in solche des christlichen zu den schwierigsten Aufgaben der Kalenderkunde. Soll daher einem Verfahren, welches diese Berechnung lehrt, ein erheblicher Werth zugesprochen werden, so muss dieses Verfahren vor Allem einfach und dann für alle Jahrhunderte gleich anwendbar sein. Diese beiden Bedingungen erfüllt die Simoirsche Methode nur zum Theil. In den folgenden Zeilen soll nun ein Versuch vorgeführt werden, die genannten Kalenderberechnungen in noch einfacherer und dazu allgemein gültiger Weise an zu stellen. Es handelt sich wesentlich um die Lösung der Frage: Wie findet man das christliche Datum des 1. Ti sehr i eines heliebigen jüdischen Jahres¥ Der erste Tischri ist bekanntlich der Neumondstag zur Zeit des Herbstäqumoctiums. Ebenso bekannt ist es, dass er in vier Fällen von dem Tage des Molad auf den folgenden ersten resp. zweiten Tag verschoben wird. Diese vier Fälle (Dechijoth) sind unter den Bezeichnungen ,,Jach (“י״), Adu אד״ס), Galrad (גטר״ד) und Btiitakpat (בטותקפ״ט)“ bekannt. Um nun die sonst übliche und auch von Simon empfohlene, sehr umständliche und Rechenfehlern leicht ausgesetzte Mm ladb e r e c 1111 u n g gänzlich z 11 e r s p ar e n u.11 d den n och d as Christliehe Datum der ersten Tischri eines beliebigen Jahres leicht und unfehlbar zu bestimmen, dazu dient folgendes Verfahren. Das Mondjahr ist bekanntlich um 11 Tage kürzer, als das Sonnenjahr. Der Molad, der beispielsweise in einem Jahre auf einen bestimmten Tag des Monats September fällt, erscheint im 1 nie 11 steil Jahre um 11 Tage, im zweiten Jahre um 22 Tage, im dritten Jahre um 33 Tage frühe]־, fällt also nach drei Jahren bereits in den Monat August, der Septembermolad fällt dann 30 Tage später oder, was dasselbe ist, 3 Tage vor den von uns als ersten angenommenen Molad. Man. denke an dieEpakten- Rechnung (zur Feststellung des christlichen Osterdatums). Da nun nach 19 Jahren der Neumond immer wieder auf denselben Tag fällt; so kann man innerhalb dieses 19 jährigen Oy eins jeden Neumondstag bestimmen, wenn man einen festen Anfangspunkt findet, von dem man ausgehen kann. Vermehrt man nämlich die einem bestimmten jüdischen Jahre entsprechende Jahreszahl christlicher Zeitrechnung um 1 und dividirt die erhaltene Zahl durch 19, so ergiebt der Rest dieser Division, das wie vielte Jahr des Cyclus (der für