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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 4 · p. Seite 186

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 4
Article
Der Sturm der Tarnogroder Conföderirten auf Posen am 25. Juli 1716
Date
1894-01-01
Page
Seite 186 (sequence 3)
Language
German
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186 Der Sturm der Tarnogroder Conföderirten auf Posen. und Heilung’ bedürftig, die öffentliche Notli. Aber der Jammer, der vorüber war, hatte ihre Leiden noch nicht beschlossen. Was an Geld unter ihnen noch aufzubringen gewesen, wanderte in die Taschen des Adels, der seine Söldner als Salvaguardia beistellen solLte, um die jüdischen Häuser jetzt wenigstens vor weiteren Heb erfüllen, das Schlachtfeld vor den Hyänen, zu schützen. Die Ordnung war niedergeworfen, der letzte Schatten einer Regierung verscheucht, jetzt konnten auch die Ansprüche, welche das sächsische Gouvernement niedergehalten hatte, sich wieder hervorwagen und die vielen adeligen und geistlichen Gläubiger der verarmten Gemeinde, wie zum Hohn auf deren Verzweiflung, die Zahlung ihrer Forderungen ertrotzen wollen. Die furchtbarsten Drohungen wurden laut, die Kleinmüthigen vollends eingeschüchtert, wie ein Gespenst, das ihnen das letzte Blut in den Adern zurück״ trieb, stieg die Ankündigung der Vertagung der Gemeinde vor ihnen auf, wenn sie nicht binnen kurzer Frist ihren Verpflichtungen nachzukommen im Stande sein sollten. In dieser Noth brachte nur das Vertrauen auf die alle״ zeit wache Hülfsbereitschaft der jüdischen Mitbrüder, die von diesem Jammer hören würden, einen Lichtstrahl in die schwarze Nacht. Rabbinat und Vorstand der Gemeinde, an ihrer Spitze R. Jabok, der Sohn des gefeierten früheren Posener Rabbiners Isaak b. Abraham, vereinigten sich, um den Angstschrei der Ge״ quälten in einem Briefe zunächst an die kräftig emporblühende und opferwillige Gemeinde Berlin gelangen zu lassen, die den Brief in ganz Deutschland und anderen Ländern verbreiten und schnellstens das Hülfswerk für die so schwer bedrängte Juden״ schaft von Posen begründen sollte. Es war die Verwandtschaft״ liehe Verbindung zwischen den Familien Mirels in Berlin und Posen, die sich hier vor Allem hülfreich erwies. Der hochberühmte Rabbiner von Hamburg, Salomo Salman Mirels1), der Wiener Exulant, den hundertundfünfzig Nachkommen bei seinem Heimgange betrauerten, hatte zwei seiner Söhne, von denen mehrere in Berlin zu führender Stellung in der Ge־ meinde sich emporgeschwungen hatten, Dob Bär oder Bärei und Abraham Mirels in Posen zu Blüthe und Bedeutung sich erheben sehen. Beide waren bei dem Sturme auf die Posener Gemeinde durch Schwerthiebe am Kopfe verwundet und an ihrem Vermögen schwer geschädigt worden. Glücklich, ihr© 1) Kaufmann, die letzte Vertreibung der Juden ans Wien p. 213, 220.

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