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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 3 · p. Seite 126

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte der Ordination
Date
1893-01-01
Page
Seite 126 (sequence 5)
Language
German
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126 Zur Geschichte der Ordination. Ordination gegeben war. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn wir annehmen, dass die Ordinirten schriftlich verzeichnet waren, dass es eine amtliche Liste, ein Register derselben gab. Für dieses Register waren כתב בית ישראל eine sehr passende Bezeichnung; denn bei בית ישראל, dem ״Hanse Israels“, dachte man an das Patriarchenhans, wie denn unter den ,,beiden Häusern Israels“ in Jes. 8, 14 die Söhne Chijas — nach Sanhedrin 38a — die Patriarchenfamilie in Palästina und die Exilarihenfamilie in Babylonien verstanden. Da aber die Ordination durch den Patriarchen geschah, konnte die officielle Liste der Ordinirten das ״Buch des Hauses Israels“ genannt werden. Es lässt sich auch annehmen, dass בית ישראל die Gesammtheit der Ordinirten, der berechtigten Mitglieder des Gerichtshofes, des Sanhedrins bezeichnete; in dem Sinne etwa, wie in Hosea 5, 1 — nach alten Commentatorenl) — בית ישראל nicht die ganze Hation bezeichnet, sondern die Gesammtheit ihrer Gesetzgeber und Richter. Wie immer es sich damit verhalten möge, soviel darf als sicher angenommen werden, dass Eleasar b. Pedath, indem er die Worte ובכתב בית ישראל לא יכתבו auf die Ordination hin weisen liess, an das Verzeichniss der Ordinirten, an das Ehrenbuch des Hauses Israels dachte, in welches eingeschrieben zu werden auch ihm vergönnt war. Es darf vielleicht auch daran erinnert werden, dass für ein solches Verzeichniss, als einen integrirenden Bestandtheil der ganzen Institution auch die biblische Grundlage nicht fehlte. Bei der Ordination der ersten ״Weitesten“ Israels durch Moses wird ausdrücklich erwähnt, dass die Hamen der Erwählten aufgeschrieben wurden (Hum. 11, 26): והמה בכתבים. Und obgleich die traditionelle Erklärung (Sifre z. St., § 95, b. Sanh. 17 a und sonst) dies auf die Looszettel bezieht, mit deren Hilfe Moses die Wahl der 70 Weitesten vornahm, so lässt sich doch ohne Schwierigkeit denken, dass mail den Ausdruck ״sie waren unter den Aufgeschriebenen“ auch so verstand, dass die Erwählten in einer Liste aufgeschrieben wurden und ״die Aufgeschriebenen“ gewissermassen das bezeichnende Attribut der Ordinirten war. Diese Auffassung der Worte והמה בכתבים ist in der That durch Simon b. Jochai vertreten, dessen Erklärung zu וישארו במחנה (Sifre a. a. 0., b. Sanh. a. a. 0.) bei Töbija b. Elieser (Lekach tob z. St., p. 103 a, ed. Wilna 1880) so ergänzt wird (vielleicht auf Grund 0 Ibn Esra z. St.: או בית ישראל הם הסנהדרץ• Ebenso bei David Kimchi z. St.

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