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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 3 · p. Seite 102

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 3
Article
Das letzte Passahmahl Jesu und der Tag seines Todes
Date
1893-01-01
Page
Seite 102 (sequence 6)
Language
German
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102 Das letzte Passalimahl Jesu und der Tag seines Todes. בדרך רחוקה, sondern für jegliche Verhinderung des ersten Passahopfers ist so sehr natürlich, dass die Halacha anbe״ stritten ist:שגג או נאנס ולא עשה אח הראשון יעשה השני (Mischna Pesachim IX, 1). Nichts wäre daher einfacher, als dass man seine Zuflucht zu dem Ersatz durch פסח שני auch in dem Falle genommen hätte, wenn der Sabbath für ein Hinderniss zur Darbringung des פסח ראשון angesehen worden wäre. Jedenfalls wäre eine solche Verlegung des פסח ראשון auf פסח שני weit eher mit dem Wortlaut der Schrift zu vereinigen, als eine solche auf einen vorhergehenden Tag, wofür im Texte der Schrift nicht die geringste Stütze geboten wird. Der ade vom sad du cäi sehen Standpunkte aus wäre dies sicherlich nur eine Consequenz des Festhaltens an dem Buchstaben der Schrift gewesen. Ebenso wenig ist es aber denkbar, dass ein Sadducäer oder Boethusäer bei dem ihm vorliegenden Wortlaut der Schrift Exodus XII, 6 im Falle, dass der 14. Nissan auf einen Freitag fiel, sich wegen des Ausdrucks בין הערבים nach der Auffassung des Herrn Chwolson sich hätte entschliessen können, in Widerspruch mit dem unzweifelhaften Wortlaut der Schrift, das Schlachten des Passahs vom 14. auf den 13. zu verlegen. Die Schwierigkeit einer solchen Verlegung vom gesetzlichen Standpunkte der Schrift, hat ja Herr Chwolson selber mit gründlicher Saclikenntniss dargethan. Denn abgesehen von der Abweichung in dem von der Schrift ausdrücklich ange gebenen Tage für das Schlachten, kann das Essen des Passahopfers nicht ohne eine oder mehrere Verletzungen der klaren biblischen Vorschrift ausgeführt werden. Gegen den Genuss des Passahs am 13. Abends spricht die Vorschrift ואבלו את הבשר בלילה הזה und ומצות על ברורים יאכלוהו (Exodus 12, 8), und gegen den Genuss desselben am 14. Abends die Be- Stimmung ולא תותירו ממנו עד בקר (das. 10). Wenn also in diesem Falle durch die Rücksicht auf den Sabbath ein Abweichen von dem stricten Wortlaut der Schrift geboten war, so war die Verlegung des Schl achtens von der späten Nach־־ mittagstunde auf die früheren Nachmittagstunden selbst nach der von Herrn Chwolson angenommenen sadducäischen Auffassung des בין הערבים viel einfacher und ein weit geringerer Verstoss gegen die wörtliche Bestimmung der Schrift, als die Verlegung des Opfers auf den vorhergehenden Tag. Thatsächlich findet sich in den Quellen nirgends eine Andeutung, dass in Bezug auf das Schlachten und Essen des Passahopfers zwischen den Sadducäern und Pharisäern irgend eine Ver-

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