Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 527 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Emancipations-Bestxebungen in Breslau. 527 ebenso wie der einer Mädchenschule bereits in dem Schummelsehen Schulentwurfe ausgesprochen worden, und Neumann griff um so bereitwilliger darauf zurück, als die bei den Breslauer Regimentsschulen errichteten ähnlichen Industrieklassen gute Erfolge aufzuweisen hatten. Er schlug vor, für die Wilhelms-Schule zunächst eine Industrieklasse zu errichten, in der Wollespinnerei gelehrt werden sollte; die armen, unentgeltlieh die Wilhelms-Schule besuchendenSchüler sollten verpflichtet sein, daran teilzunehmen, die freiwillig sich beteiligenden Kinder von Stammnumeranten aber die Erlaubnis erhalten, in der Stadt ansässig zu werden, was nach dem Edict vom 21. Mai 1790 ihnen, untersagt war. Die Kosten der neuen Einrichtung sollte die Regierung solange übernehmen, bis der Schulfonds der Wilhelms-Schule sie bestreiten könne. Hoym bewilligte gern alle diese Vorschläge; aber auch sie scheiterten wie so vieles teils an der Interesselosigkeit, teils am absichtliehen Widerstande der Gemeindemitglieder und ihrer Vorstände, die immer noch mit der Wilhelms-Schule und allem, was mit ihr zusammenhing, auf Kriegsfuss standen und soeben erst wiederum einen neuen Kampf mit ihr bestanden hatten, in dem sie allerdings nochmals unterlegen waren. Die zwölf Vorsteher, die im Jahre 1795 an die Stelle der Repräsentanten gerückt, grösstenteils aber aus diesen Repräsentanten wiedergewählt waren und so wiederum eine der Wilhelms-Schule feindliche Majorität bildeten, hatten nur widerwillig sich dem EndbeSchlüsse der Kammer, der ihnen die Erhaltung der Wilhelms-Schule, die Übern ahme des ]Fonds und die monatliche Auszahlung der nothwendigen Geldsummen auferlegte, gefügt. Bei der ersten Gelegenheit sollte dieser Widerwille offen zum Ausbruch kommen. Im Aufträge des Schulcollegs verlangte die Kammer im Anfang des Jahres 1797 von den Vor- Stehern die Ausstellung eines Empfangsscheins über den Schulfonds, sowie eines Schuldscheines über die Summe, welche, die Gemeinde an den Schulfonds schuldete; zugleich ermahnte die Kammer die Vorsteher und Gemeindemitglieder eindringlich, nunmehr allen Groll gegen die Schule za vergessen und ihr