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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 10 · p. Seite 485

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 10
Article
[Rezension]
Date
1893-01-01
Page
Seite 485 (sequence 1)
Language
German
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485 Besprechungen. Fürst, Dr. J. Glossarium graeco - hebraeum oder der griechische Wörter schätz der jüdischen Midrasch werke. Eia Beitrag zur Kultur- und Altertumskunde. Strassburg, T'rübner, 1891, 216 SS., 8. (Schluss.) 11. Scliocher-Tob Ps. 10 (S. 95 der Buber’sehen Ausgabe): מה הדיין הדה.משהן נותנין פליטיך לפניו עור אינו רואה מה נעשה כך אמר נבל בלבו שכה אל כד׳א עבים סתר לו ולא יראה: Statt ]פליטי hat Cod. Halberstam פלסיון und Jalkut פסליון. ln diesem Worte sieht Fürst 71a33«.hov ״ein Deminut. von r.daaahoc; Pflock‘‘, und nach Umänderung von לפניו in לעיניו übersetzt er unsere Stelle folgendermassen: ״Der Richter, wenn man einen Pflock in sein Auge schlägt, kann nicht mehr sehen; 7casaahe63tv b.pO־aku.0üc heisst: die Augen ausstechen.“ Diese wunderliche Erklärung erwähnt schon Bube! in seinem Commentar z. St. Als ob nur der geblendete Dichter nicht sehen könnte! Kohut vermutliet fasciola, Binde: מסור, שנתן לפיי עיניו. Diese Erklärung befriedigt ebenso wenig; denn dass jemals ein Dichter mit verbundenen Augen die Gerichtsverhandlung zil leiten uncl Beeilt zu sprechen hatte, ist weder bekannt noch denkbar. Ansprechender ist Bubers Vermuthung, der פסליון in פפליון (papilio, pavillon, Zelt) emendiren will. Da’ פפליון an mehreren Stellen auch Vorhang bedeutet, so würde es mit וילון velum und ,בילד vela (so lese ich statt כילה Brautzeit) in der Originalstelle Bevit, r. 5 und Genesis r. 36 identisch sein. Das Zuschieben der Vorhänge, welche im römischen Hause statt der Thürflügel gebraucht wurden, scheint das Zeichen der Begnadigung oder Connivenz gewesen zu sein, cf. B. M. 59a: שלשה אין הפרגוד ננעל בפניהם Vor drei (Sunden) wird der Vorhang nicht zugezogen, d. h. sie haben keine Nachsicht zu erwarten. Die Emendation ist jedoch unnötliig, da פסליון, die Lesung des Jalkut, auch von Abraham Provenoali, dem mehrere Handschriften des Sch. T. Vorlagen, bestätigt wird. Es bedeutet einfach: ׳I3X׳ov Armband, Geschmeide, überhaupt einen Schmuckgegenstand, und unsere Stelle exinnert an die bekannte Bestechlichkeit der byzantinischen Dichter. ,,Wie der Dichter, sobald man ihm ein Geschmeide hinlegt, nicht mehr sieht, was geschehen ist, so glaubt der Thor in seinem Herzen, Gott habe vergessen, sowie auch das Geschlecht der Sintflut]! sprach: Wolken ver• hüllen ihn und er sieht nichts.“ Schon I. M. 20, 16 wird ein Geschenk, das zur Besänftigung des Beleidigten,, zur nachsichtigen Beurfcheilung eines Vergehens (cf. Easchi das.: שהוצרבחי לבזבז ממון ולפייסך) überreicht wird, בכות עיבים genannt. Von der Bestechlichkeit der Dichter ist im Midrasch häufig die Dede. Im Anschluss an die Worte des 68. Psalms: מתרפם ברצי כסף sagt der Midrasch (B. r. 78, 15; Sch. T. zur Stelle 68, 15: Schemoth r. 05 und Agad. Bei*. 55) von der byzantinischen Begierurg: ״Wenn sie auch zürnt über Jemand, der gesündigt hat, so hält sie die Hand auf und nimmt Geld an und lässt sich besänftigen.“ Koh. r. 11 wird erzählt: Als bei jenem Aufruhr (בהדין ספפכא h פספסא ^oepos Tumult) Juden festgenommen wurden, baten sie den bei der Regierung angesehenen Bar Kappara, die nöthigen Schritte zu ihrer Befreiung zu unternehmen. Er aber sprach: Meint ihr, dass diese Degierung etwas umsonst tkut? Da gaben sie ihm 500 Golddenare etc.

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